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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2019
Rebellion der Zukunft
Retten uns die Schüler?
Der Inhalt:

Angst vor Cyberangriffen

Wenige Wochen vor den Wahlen zum Europäischen Parlament ruft der Europäische Rechnungshof die EU-Länder dazu auf, gemeinsam gegen mögliche Cyberangriffe vorzugehen. Die Prüfer sehen besonders die Übermittlung der Wahlergebnisse aus den EU-Staaten nach Brüssel als gefährdet an. Doch auch der Wahlkampf selbst könnte manipuliert werden, warnt Udo Bullmann, Fraktionschef der europäischen Sozialdemokraten. Problematisch ist dabei vor allem, dass die EU-Länder keine Kompetenzen an die EU abtreten möchten. So sind nach wie vor die Mitgliedstaaten verantwortlich für die Cybersicherheit – und die tun nach Ansicht der Stiftung Wissenschaft und Politik zu wenig. Lokale Wahlbehörden seien sich »der Gefahr von Desinformation und Cyberangriffen bewusst, aber technisch nicht ausreichend darauf vorbereitet«. Und auf EU-Ebene gibt es zwar eine Task Force gegen Desinformation, doch die hat maximal fünfzehn Mitarbeiter. »Das bedeutet, die aktuellen Maßnahmen zur Europawahl sind eher symbolischer Natur und ein Tropfen auf den heißen Stein«, kommentiert Simon Kruschinski von der Universität Mainz. Christoph Schott von der Netz-Bewegung Avaaz wird noch deutlicher: »Wir glauben, dass die Europawahlen massiv Gefahr laufen, von einer Flutwelle von Falschnachrichten überrollt zu werden.« Europa sei nicht dagegen gewappnet: »Europa brennt, und die EU-Staaten versuchen, mit Wasserpistolen dagegen anzukämpfen«, sagt Schott.