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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2018
Krone der Schöpfung?
Es ist Zeit für eine Grüne Reformation
Der Inhalt:

Mit der Tora für Gerechtigkeit

»Rabbiner für Menschenrechte« setzen sich für die Palästinenser ein

Als Rabbinerin Susan Silverman Ende Januar 130 versammelte Rabbiner in Jerusalem fragte: »Wer in diesem Saal wäre bereit, Migranten aufzunehmen?«, gingen 130 Hände in die Höhe. Just zu der Zeit hatte die israelische Regierung verkündet, afrikanische Flüchtlinge aus Israel ausweisen zu wollen. Das wollte die Organisation Rabbis for Human Rights (Rabbiner für Menschenrechte), der Silverman angehört, nicht akzeptieren. Sie gründete eine Gruppe, die afrikanische Flüchtlinge vor der Abschiebung schützen will – notfalls, indem sie diese Menschen bei sich zu Hause verstecken. Ihre Initiative nennen sie – durchaus provozierend – Anne Frank Bewegung.

Als »Stimme des Gewissens« setzen sich die Rabbiner für Menschenrechte seit 1988 für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung in Israel ein. Damit machen sie sich nicht nur Freunde. Denn die Rabbiner mahnen, die Vertreibung der Palästinenser sei nicht mit jüdischen Werten vereinbar. Sie streiten vor Gericht für palästinensische Bauern, die enteignet wurden, organisieren Aktivitäten für muslimische Beduinenkinder und pflanzen Seite an Seite mit Palästinensern Olivenbäume, wo zuvor israelische Panzer Olivenhaine zerstörten. Sie berufen sich dabei auf traditionelle jüdische Werte wie das Gebot der Tora, sich in Gerechtigkeit zu üben und sich besonders um Fremde und Schwache zu kümmern.

Mehr als einhundert Rabbiner sowie angehende Theologen aus unterschiedlichen Strömungen des Judentums gehören der Organisation an. Nach eigenen Angaben sind sie »die einzige rabbinische Stimme in Israel, die sich explizit für die Menschenrechte engagiert«. Vielen rechtskonservativen Israelis ist das ein Dorn im Auge. Die jüdis