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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2018
Krone der Schöpfung?
Es ist Zeit für eine Grüne Reformation
Der Inhalt:

Das politische Porträt: Kindheit im geteilten Europa

Arne Lietz sitzt als SPD-Politiker im Europäischen Parlament. Er vertritt Sachsen-Anhalt. Das verpflichte einen wie ihn besonders, sagt er

Er hatte den Traum, einmal Pfarrer zu werden. So wie sein Vater. Wie immer im Leben kam es anders. Ausschlaggebend war das Jahr 1989. Das stellte auch sein Familienleben im mecklenburgischen Güstrow auf den Kopf. Nichts blieb, wie es war. Da war Arne Lietz in der achten Klasse. Seine Eltern, die zur DDR-Opposition gehörten, waren bei Demonstrationen und in Friedensgruppen der Kirche aktiv. Schon bald genoss er die neue Freiheit, trampte als 16-Jähriger durch Europa. In Boston absolvierte er seinen Zivildienst bei Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste. Er studierte Geschichte, Politik und Pädagogik in Berlin und Südafrika – was in der DDR für ihn ins Reich der Träume gehört hätte. Heute sitzt Arne Lietz für die SPD im EU-Parlament. Zuständig ist er dort für die Entwicklungs- und die Verteidigungspolitik.

»Ich gehöre zur letzten Ost-Generation, die im geteilten Europa groß geworden ist und jetzt im vereinten Europa mit seinen Freiheiten lebt. Deshalb bin ich ein überzeugter Europäer«, sagt der 41-Jährige. Nun dürfe er das leben, was andere erkämpft haben. Das verpflichte.

Er sitzt an diesem Freitagmittag im Gespräch mit Publik-Forum im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin. Seine blauen Augen fallen auf, ebenso der unüberhörbare Akzent seiner Mecklenburger Heimat. Auch eine gute Portion Sturheit wird den Menschen im Norden Deutschlands nachgesagt.

In Gedanken ist er schon wieder unterwegs. Am Montag geht es nach Beirut zu einer Friedenskonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema Nahost. Auch in Istanbul beim Prozessauftakt gegen die 17 inhaftierten Journalisten der türkischen Tageszeitung