Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2018
Krone der Schöpfung?
Es ist Zeit für eine Grüne Reformation
Der Inhalt:

Ins Gelobte Land

Was bleibt von der Vision des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King?

In seiner letzten Rede, die Martin Luther King am 3. April 1968 vor streikenden schwarzen Arbeitern der Müllabfuhr in Memphis hielt, sagte er: »Ich möchte nur Gottes Willen tun. Er hat mir erlaubt, den Gipfel des Berges zu erklimmen. Und ich konnte darüber schauen. Ich habe das Gelobte Land gesehen. Vielleicht werde ich nicht mit euch dorthin gehen können. Aber ihr müsst wissen, dass wir das Gelobte Land gemeinsam erreichen. Ich bin glücklich an diesem Abend. Ich mache mir über nichts Sorgen. Ich habe keine Angst, vor niemandem. Meine Augen haben das Kommen des Herrn gesehen!« Am nächsten Tag wurde der Baptistenpastor, der den gewaltlosen Protest gegen die Rassentrennung in den USA in den 1960er-Jahren anführte, ermordet. Trotz aller Gewalt gegen Schwarze, vonseiten des Staates und durch einzelne Weiße, trotz aller haarsträubenden Rassendiskriminierung hatte er seinen inneren Frieden gefunden. Wie ist er dort hingekommen?

Martin Luther King kämpfte nicht nur für Schwarze, er kämpfte auch gegen die Kluft zwischen Arm und Reich, gegen den Vietnamkrieg, er wandte sich generell gegen soziale Ungerechtigkeit. Er hatte am eigenen Leib erfahren, was Ausgrenzung bedeutet. In seiner Zeit lebten in den USA Weiße und Schwarze in getrennten Welten, wobei die weiße Vorherrschaft festgeschrieben war. Schwarze mussten im Bus hinten sitzen, der Besuch von Schwimmbädern war ihnen verboten, es gab für sie keine öffentlichen Toiletten. Hotels konnten ihnen den Zutritt verwehren. Die Zeitzeugin Flois Knolle-Hicks, die in Baltimore aufwuchs und heute in Deutschland lebt, sagte kürzlich bei einer Gedenkveranstaltung in Frankfurt am Main für Martin Luther King: »Segregation bedeutete, du bist kein Mensch.«