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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:

Zum Auftauen in die Sonne

Erzählungen. Anna Gavalda kann am besten Kurzgeschichten. Legendär ihr erster Band »Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet« aus dem Jahr 2000 – über Verzweiflung und Zuversicht einer verlassenen Frau. Nach ihrem wunderbaren Romanmärchen »Zusammen ist man weniger allein« (verfilmt mit Audrey Tautou) verlor sie für ein paar Jahre ein wenig die Orientierung. Ihre Romane wurden dicker, die Plots kitschiger. Aber jetzt ist die alte Anna Gavalda wieder da, und zwar mit fünf neuen Kurzgeschichten unter dem Titel »Ab morgen wird alles anders«.

In jeder der Storys geht es um das Wagnis Liebe, sei es zu einem Hund oder nur für eine Nacht, zu einem verwachsenen Koch oder zur Frau des genialen Nachbarn. Alle Geschichten haben Witz, Charme, Ernst. Zum Beispiel die mit dem Titel »Yann«. Yann ist 26, Handelsvertreter für Schmuckroboter aus Korea und erstarrt zusehends neben seiner patenten Karrierefrau. Ein Abend bei einer jungen Familie öffnet ihm die Augen dafür, wie leicht und frei es sich auch leben lässt. Bei ihnen fühlt er sich »wie ein Stück Fleisch, das man zum Auftauen an die Sonne gelegt hatte«.

Gavaldas Geschichten sind als szenische Selbstgespräche ihrer Figuren angelegt. Das schönste heißt »Mathilde« und handelt von einer 24-Jährigen, die ihr Geld damit verdient, gefakte Kommentare über Internetseiten zu posten. Sie weiß, dass dieser Job falsch ist – und die vielen Techtelmechtel mit irgendwelchen Männern auch. Aber ihr fehlt die Kraft, etwas zu ändern. »Ich igele mich am Rand des Lebens ein und warte, dass es vorbeigeht.« Das kann Anna Gavalda, die wieder mit außergewöhnlich zärtlichem Blick auf ihre Figuren erzählt, so nicht stehen lassen. »Ab morgen wir