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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:

»Nennt mich bloß nicht Martina Luther!«

Eine Moschee, in der Sunniten, Schiiten und Aleviten zusammen beten. In der Frauen Kopftuch tragen können – oder auch nicht. Und in der Imaminnen predigen. Seyran Ates gründet sie in Berlin. Ihr Projekt ist wegweisend für Deutschland

Publik-Forum: Frau Ates, Sie haben vor wenigen Tagen in Berlin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegründet. Sie heißt nach einem muslimischen Freigeist des 12. Jahrhunderts und einem Dichter der deutschen Klassik. Was wollen Sie uns damit sagen?

Seyran Ates: Ich habe den Gesellschaftervertrag zur Gründung der Moscheegemeinde natürlich nicht allein, sondern zusammen mit sechs anderen Leuten unterzeichnet. Die Idee, eine solche Gemeinde zu gründen, reift in mir seit 2009. Ich hatte eine Zeit in der deutschen Islamkonferenz hinter mir, die mir die Augen dafür geöffnet hat, dass liberale Musliminnen und Muslime – gläubige Menschen, denen ihre Religion wichtig ist – neue Gemeinden brauchen. Eine solche Gemeinde wird es jetzt in Berlin geben. Sie heißt nach zwei Menschen, die für Freiheit, Aufklärung, für Spiritualität und Liebe zum Leben stehen. Sie sind Brückenbauer zwischen Orient und Okzident wie kaum ein anderer.

Wann wird das erste Freitagsgebet in der neuen Gemeinde stattfinden?

Ates: Am 16. Juni. Einen Tag später werden wir zur Eröffnung der neuen Moscheegemeinde eine kleine Konferenz veranstalten. Bis dahin wird auch klar sein, in welchen Räumen wir sind. Langfristig wollen wir natürlich eine richtige Moschee bauen. Dafür müssen wir Spenden sammeln.

Haben Sie bereits 2009 mit anderen über Ihre Idee gesprochen?

Ates: Ja, in einer arte-Dokumentation über mein Leben, die 2009 ausgestrahlt wurde, kam eine Szene vor, in der ich mehrere Leute zur Gründung einer Moschee eingeladen hatte. Die allererste Versammlung fand im Herbst