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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:

»Kündigungen und Abmahnungen zurücknehmen«

Patrick Dehm, ehemaliger Leiter der katholischen Jugendbildungseinrichtung Haus der Begegnung in Frankfurt am Main, hat eine »echte« Aufarbeitung der Tebartz-Ära im Bistum Limburg angemahnt. »Mir und anderen ist Unrecht geschehen, das bis heute nicht zurechtgerückt worden ist«, sagte Dehm jüngst auf hessenschau.de. Er hoffe, dass Bischof Georg Bätzing nachhole, was andere versäumt hätten: die volle Rehabilitierung von Kritikern und Leidtragenden der Amtsführung des Vorgängerbischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst: »Wenn Kündigungen und Abmahnungen nicht zurückgenommen werden, ist eine überzeugende Versöhnung mit Tebartz-van Elst doch gar nicht möglich.« Unter Tebartz hatte Dehm seine Anstellung verloren. Er hatte vor Zeugen vermutet, für die teure Bauleidenschaft des damaligen Limburger Bischofs müsse im Bistum nun wohl »das Tafelsilber verscherbelt werden. Aber die Zeit läuft für uns«. Dehm wurde denunziert und zunächst fristlos entlassen. Gerichtlich erwirkte er einen Schlichtungsspruch und eine Abfindung. Nachdem Tebartz sein Bischofsamt in Limburg auf Druck aus Rom aufgegeben hatte, versuchte Dehm seinen alten Posten zurückzubekommen: erfolglos. Es kam zu Gesprächen zwischen Dehm, dem Apostolischen Administrator Manfred Grothe und Generalvikar Wolfgang Rösch, nicht aber zu einer Wiedereinstellung Dehms.

Er ist kein Einzelfall. Pfarrer und katholische Verbandsfunktionäre litten heftig unter Tebartz; die Reaktionen waren unterschiedlich, manch einer wählte die »innere Emigration«, andere wurden versetzt.

Bischof Georg Bätzing, seit September 2016 im Amt, ist nach eigenem Bekunden an einer »Heilung« der Wunden der Vergangenheit viel gelegen