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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2017
Was heißt Auferstehung?
Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Patrick Roth und der Theologin Margareta Gruber
Der Inhalt:

»Deutschland wählt atomwaffenfrei«

von Bettina Röder vom 07.04.2017
Eine Kampagne streitet dafür, dass Deutschland an den UN-Verhandlungen in New York für ein Atomwaffenverbot teilnimmt. Fast alle Nato-Länder sind auf Druck der USA nicht dabei, auch Russland bleibt fern

Was völlig unmöglich scheint, kann sehr wohl Wirklichkeit werden. Daran glaubt Xanthe Hall fest. Nicht erst, seitdem sie – von so manchem als naiv belächelt – für ein Verbot aller Atomwaffen kämpft. Ganz schnell fällt ihr ein Beispiel dafür ein, dass unmöglich Geglaubtes dank der Zivilcourage möglich wurde: der Mauerfall. Als junge Engländerin hat sie den 1989 in Berlin erlebt. Doch als ein Jahr zuvor ihr Chefredakteur die Kollegen aufforderte, ein Feature über Berlin nach dem Mauerfall zu schreiben, haben sie ihn ausgelacht.

Die Frau mit den schwarzgrauen Locken schüttelt den Kopf. Sie ist überzeugt, es muss auch gelingen, die schrecklichsten Waffen, die die Menschheit je entwickelt hat, zu verbieten. Innerhalb von Sekunden können sie Millionen Menschen töten, ein Schlagabtausch mit ihnen das gesamte Leben auf der Erde auslöschen. »Wenn es um diese Waffen geht, sind wir weltweit alle in einem Boot«, sagt Xanthe Hall. Sie sitzt an diesem sonnigen Mittag im Berliner Büro der Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW), wo die Fäden zusammenlaufen: für eine Kampagne, die die Verhandlungen der Vereinten Nationen (UN) über ein Verbot aller Atomwaffen unterstützt. Die erste Konferenz ging gerade zu Ende. Bei einer zweiten Konferenz Mitte Juni soll ein Vertrag stehen, der einen entscheidenden Beitrag für eine Welt ohne Nuklearwaffen leistet. 120 Staaten weltweit sind mit von der Partie. Am Ende der ersten Konferenz am 31. März gab es eine Vorlage für das Verbot von Einsatz, Besitz und Entwicklung der Waffen.

Gerade koordiniert Xanthe Hall fünfzig Organisationen, die deutschlandweit bei der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) mitmachen. Weltweit sind es 450. Eine Lücke im Völkerrecht soll geschlossen werden: Als einzige Massenvernichtungswaffen gibt es für Atomwaffen kein Verbot. »Warum soll nicht das möglich werden, was inzwischen für Landminen, biologische und Chemiewaffen gilt?«, fragt Angelika Wilmen von IPPNW. Dass Deutschland wie die meisten Nato-Staaten erklärt hat, den Verhandlungen in New York fernzubleiben, stößt bei ihr und und anderen auf völliges Unverständnis. Die Begründung der Bundesregierung: Solange sich nicht andere Atomwaffenstaaten an den Verhandlungen beteiligen, sind sie aussichtslos. Dazu zählen in erster Linie die USA und Russla

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