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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2016
Eine Stadt sucht Heilung
Brüssel nach dem Terror
Der Inhalt:

Bestattungskonzerne auf der Lauer

Wer an Freihandelsabkommen denkt, der sorgt sich, ob bald Klon-Fleisch, mit Chlor gewaschene Hähnchen oder gentechnisch veränderte Tomaten auf seinem Teller liegen könnten. Doch kaum jemand fragt sich, welche Auswirkungen TTIP oder Ceta auf die Friedhöfe in Deutschland haben werden. Dabei könnten diese gravierend sein und die Friedhofskultur grundlegend verändern.

Mit dem Ausbau des Freihandels wird es möglich, dass US-amerikanische Bestattungskonzerne nicht nur als Bestatter in Deutschland aktiv werden – das sind sie in geringem Umfang schon –, sondern auch als Friedhofsbetreiber. In den USA befinden sich viele Friedhöfe im Besitz von Bestattungskonzernen wie dem Marktführer Service Corporation oder Carriage Services. Sie sind kein öffentlicher Raum, sondern Firmengelände. Die Unternehmen sind frei, Zugang, Regeln und Preise vorzugeben. »Im Zuge des Freihandels droht uns ein privatisiertes Friedhofswesen«, befürchtet der Friedhofsberater Andreas Morgenroth. »In den USA gibt es ein Klassensystem: Friedhöfe für Reiche, Friedhöfe für Arme. Das sollte man abwenden. Auf dem Friedhof gehören alle zusammen.« Mit den Friedwäldern und Ruheforsten erlebe das Friedhofswesen derzeit schon eine erste Welle der Privatisierung, erläutert Morgenroth, der ein bekannter Kritiker dieser Bestattungsformen im Wald ist. Durch diese Konkurrenz bekämen die öffentlichen Träger der Friedhöfe, Kommunen und Kirchengemeinden, immer größere Probleme, ihre Kosten aus Gebühren zu finanzieren. US-amerikanische Bestattungskonzerne könnten hier in die Bresche springen, Friedhöfe übernehmen und anschließend ihre ganz eigenen Regeln diktieren. Freie Steinmetze und Friedho