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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2016
Eine Stadt sucht Heilung
Brüssel nach dem Terror
Der Inhalt:

Buch des Monats: Ansporn kritischen Handelns

Antirassismus neu einüben

Dileta Fernandes Sequeira
Gefangen in der Gesellschaft –
Alltagsrassismus in Deutschland
Rassismuskritisches Denken und Handeln in der Psychologie. Tectum. 664 Seiten. 29,95 €

Schwelbrand Rassismus: Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende verließ seine bayerische Gemeinde in Zorneding, nachdem er dort wüst beschimpft wurde und sogar Morddrohungen erhielt. Sie kamen aus der Mitte der Gesellschaft, geradezu unverhohlen aus der örtlichen CSU. Das hat den aus dem Kongo stammenden katholischen Geistlichen entmutigt und vertrieben.

Kein Einzelfall: Der Ton gegenüber Bedürftigen und Ausgegrenzten wird rauer, gerade von jenen, die über ein höheres Einkommen verfügen. Das hat der Bielefelder Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer schon vor Jahren festgestellt. Zehn bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung, so seine Einschätzung, hegen rechtsextreme bis rechtspopulistische Einstellungen. Heitmeyer nennt dies »gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit«. Dass siebzig Jahre nach der Befreiung vom Naziregime Rassismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit wieder in nennenswertem Umfang Öffentlichkeit, Zivilgesellschaft und Politik unterwandern, konnte sich lange niemand vorstellen. Doch Pediga, Legida, AfD, NSU-Mordtaten und mehr als tausend Angriffe auf Flüchtlingseinrichtungen im letzten Jahr sind bittere Tatsachen. Höchste Zeit, »rassismuskritisches Denken und Handeln« neu anzuregen und Grundlagen dafür bereitzustellen.

Die Psychologin und Therapeutin Dileta Fernandes Sequeira vereint in ihrem Buch Beschreibungen, empirische Feldforschung, Analysen und Perspektiven zum und gegen den »Alltagsrassismus in Deutschland«. Das Werk bietet ein umfassendes bio-p