Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2020
Berühre mich!Aber fass mich nicht an
Leben, lachen, glauben in Corona-Zeiten
Der Inhalt:

Anders wirtschaften

von Ludwig Greven vom 27.03.2020
Stichwort: Klimagerecht produzieren und konsumieren

Naomi Klein
Warum nur ein Green New Deal unseren Planeten retten kann
Hoffmann und Campe.
352 Seiten. 24 €

Dave Elder-Vass
Profit und Gabe in der digitalen Ökonomie
Hamburger Edition.
344 Seiten. 35 €

Onora O’Neill
Gerechtigkeit über Grenzen
Pflichten in der globalisierten Welt. Claudius.
368 Seiten. 38 €

Wolfgang König
Geschichte der Wegwerfgesellschaft
Die Kehrseite des Konsums. Franz Steiner. 168 Seiten. 21,90 €

Ein halbes Jahrhundert nach der letzten großen Debatte über ein alternatives Wirtschaftssystem und dreißig Jahre nach dem Ende des real nicht funktionierenden Sozialismus werden die verheerenden Folgen der kapitalistischen Ökonomie heftig diskutiert. Vor allem die Erwärmung der Erdatmosphäre durch die fossile Verbrennung und die darauf basierende Industrie hat die Kapitalismuskritik wieder auf die Tagesordnung gesetzt.

Die US-Aktivistin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein hat unter dem Schlagwort »Green New Deal« ein radikales Manifest vorgelegt, das die Blaupause liefert für den Plan der neuen EU-Kommission von Ursula von der Leyen. Sie will Europa unter diesem Banner bis zur Mitte des Jahrhunderts klimaneutral machen, allerdings ohne Systemwechsel. Anders als die CDU-Politikerin beschränkt sich Klein jedoch nicht auf ein Milliardenprogramm, um Unternehmen und Mitgliedsstaaten in die gewünschte Richtung zu lenken. Denn Naomi Klein ist überzeugt, dass nicht die Natur des Menschen für die sich anbahnende Klimakatastrophe und die Zerstörung menschlicher Zusammenhänge verantwortlich ist, sondern der Kapitalismus. Dringend notwendig sei daher eine gänzlich neue Wirtschaftsordnung. Angelehnt an den »New Deal« von Franklin Roosevelt in der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre fordert sie eine regenerative, dezentrale Energieversorgung, sauberen Verkehr, sozialen Wohnungsbau, Investitionen in Kommunen und Wiederaufforstung. Es gebe »die Jahrhundertchance, sich von einem Wirtschaftsmodell zu verabschieden, das die allermeisten Menschen in den verschiedensten Bereichen benachteiligt«. So könne man mit einem Schlag mehrere miteinander verflochtene Krisen beenden. Klein spricht deshalb von Klimagerechtigkeit, nicht von Klimaschutz.

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen