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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2019
Wahrheit
Auf der Suche nach einem Ideal
Der Inhalt:

Streiten in Zeiten des Populismus

Beide provozieren, beide bekommen Hass-Mails aus entgegengesetzten Lagern. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer und der Journalist Hasnain Kazim diskutieren darüber, wie sich die gesellschaftliche Spaltung überbrücken lässt

Herr Kazim, als Journalist bekommen Sie Tausende Mails voller Beschimpfungen und Bedrohungen. Sie haben dazu ein von Ironie und Humor geprägtes Buch veröffentlicht.

Hasnain Kazim: Ich bekomme unfassbares Zeug: Man möchte mich vergasen; mich aufhängen. Mir wird gesagt: »Hau ab, Kanake, du hast hier das Maul nicht aufzureißen.« Meine Art, damit umzugehen, ist, diesen ganzen Unflat mit Humor zu schrumpfen auf ein Maß, das für mich erträglich ist.

Wie lange machen Sie das schon mit?

Kazim: Seit ich als 16-Jähriger für eine Tageszeitung schrieb. Inzwischen bekomme ich diesen Hass noch deutlicher zu spüren. Einen großen Schub gab es 2010, als Thilo Sarrazin sein Buch »Deutschland schafft sich ab« veröffentlichte. Das hat Dämme brechen lassen. Die Leute sagten, wenn der das sagt, dann darf ich das auch. Dann kam 2015 die Flüchtlingsthematik auf. Und noch einmal schärfer wurde der Hass, als die AfD 2017 in den Bundestag einzog.

Was war der Auslöser, das Buch zu schreiben?

Kazim: Im Februar 2016 habe ich auf Spiegel Online einen Kommentar über Pegida veröffentlicht. Daraufhin bekam ich knapp 8000 E-Mails. Beschimpfungen aller Art. Kurz darauf gab es den Dialog mit Karlheinz. Der schrieb: Komm zu mir, dann zeige ich Dir, was ein richtiger Deutscher ist. Ich schrieb ihm: Ich käme sehr gern, mit meinem Harem, meinen vier Frauen usw. Ich habe alle Vorurteile, die so ein Mensch haben kann, bestätigt. Anstatt zu kapieren, dass das ein Witz war, bekam er Angst. So entwickelte sich ein Dialog, den ich lustig fand. Ich habe ihm angedroht, ich käme mit Ziegen, die