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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

»Unserem Ziel sind wir ganz nah«

von Lorenz Klumpp vom 24.03.2017
Büsche schneiden, Bohlen erneuern, Stellschrauben säubern: Martin Clemens arbeitet dafür, dass eine stillgelegte Bahnstrecke zwischen Passau und Hauzenberg wiedereröffnet wird

Seit neun Jahren bin ich Mitglied im Förderverein Lokalbahn Hauzenberg-Passau. Wir wollen, dass die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Passau und Hauzenberg wieder in Betrieb genommen wird. Diesem Ziel sind wir jetzt ganz nah: Mit ein bisschen Glück rollt eine Bahn am 13. Mai zumindest bis zur Rosenau, einem Ortsteil von Passau. Den ganzen Winter haben wir – eine kleine Gruppe von Ehrenamtlichen – dafür gearbeitet und die Büsche und Bäume entlang der Strecke geschnitten. An diesem und am nächsten Wochenende räumen wir die Asthaufen weg und reinigen die Stellschrauben. Dabei könnten wir sehr gut noch weitere Mitstreiter gebrauchen.

Vor anderthalb Jahren hat die Bayerische Regionaleisenbahn die Strecke gekauft. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Sie ist gewillt, in das Projekt zu investieren, wenn die Gemeinden und der Landkreis mitziehen. Dafür machen wir uns stark, denn: Die Bahn ist leise, umweltverträglich und sie könnte helfen, die Verkehrsprobleme Passaus zu lösen. Viele Gemeinden, die an der Strecke liegen, befürworten das Projekt. Doch die CSU-dominierten Gremien in Kreisrat und Landtag sind eher am Ausbau des Straßennetzes nordöstlich von Passau als an der Reaktivierung einer Bahn interessiert. Vergangenes Frühjahr haben wir sogar eine Brücke über die Donau instand gesetzt. Als das Schifffahrtsamt uns aufforderte, die brüchigen Bohlen der Brücke auszutauschen, ruft mich unser Projektkoordinator Robert Zoidl an: »Hilfst du mit bei der Erneuerung der Bohlen?« Ich sagte zu, insgesamt bekamen wir zehn Leute zusammen. Eine Zugmaschine hatten wir nicht, also stemmten wir uns mit vereinten Kräften gegen eine mit Bohlen beladene Draisine und schoben sie.

Zwei Mann hebelten die morschen Bretter heraus, zwei schnitten die neuen Planken auf die richtige Länge, andere schoben die Draisine übers Gleis zurück, um weiteres Material zu holen. Nach einem Tag harter Arbeit hatten wir es geschafft, die Brücke war wieder begehbar.

Ein großer Schritt wäre es, wenn der Zug überhaupt erst einmal wieder rollen würde, wenn auch nur am Wochenende zu touristischen Zwecken. Als wir uns beim Brücken-Aktionstag fragten, wie wir das Geld für eine Lok aufbringen könnten, hatte einer von uns eine Idee. Schmunzelnd sagte er: »Wir könnten die alten verbogenen Nägel der Brücke als Rarität für jeweils einen Euro verkaufen, so hä

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