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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Vorgespräch: Macht Liebe gesund?

Fragen an Joachim Galuska, den Chef der Psychosomatik-Kliniken Heiligenfeld und der Akademie Heiligenfeld, über den Kongress in Bad Kissingen zum Thema »Liebe«

Publik-Forum: Wann macht Liebe krank?

Joachim Galuska: Der Mangel an Liebe macht krank. Wenn Menschen nur unter Bedingungen und nicht um ihrer selbst willen geliebt werden, dann entwickeln sie ein falsches Selbstbild, an dem sie zerbrechen. Das erleben wir in unserer psychosomatischen Fachklinik Tag für Tag.

Und wann macht Liebe gesund?

Galuska: In der Psychotherapie gibt es keine Gesundung ohne Liebe. Dazu gehört, dass ich mir bewusst werde, welche Probleme ich habe, und gleichzeitig erfahre, dass sich mir jemand zuwendet und Mitgefühl mit mir hat. Das kann alte Wunden heilen.

Warum haben Sie das Thema Liebe für den Heiligenfelder Kongress gewählt?

Galuska: Weil Liebe das ist, was unsere Gesellschaft und den Einzelnen wirklich weiterbringen kann. In vielen gesellschaftlichen Feldern benötigen wir mehr Herz: in der Medizin, in der Schule, der Wirtschaft, in der Politik, auch in den Medien. Man darf die Liebe nur nicht in Verkitschung und Romantisierung untergehen lassen. Sie ist vielleicht die größte Kraft überhaupt.

Wie verhindern Sie, dass »Liebe« nicht doch zum soften »Kuschelthema« wird?

Galuska: Auf dem Kongress stellen wir die Frage nach der Liebe nicht auf romantische, sondern auf aufgeklärte Weise. In meinem Vortrag geht es um Liebe, die mit der Weisheit verbunden ist. Zu lieben heißt ja, aufmerksam zu sein und das Notwendige zu tun. Das Tun, das aus dieser Haltung entspringt, kann sehr politisch sein. Unsere Gesellschaft wird ja letztlich von Liebe zusammengehalten. Nur n