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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Wenn der Liebe die Lust vergeht

Sexuelle Probleme sind der häufigste Anlass für eine Paartherapie. Aber oft steckt etwas anderes dahinter. Ein Fallbeispiel

Sophie und Markus Witte sind beide Mitte dreißig, haben zwei kleine Kinder und sind seit acht Jahren verheiratet. Nach außen wirken sie meist wie eine fröhliche Familie. Dennoch haben sie um einen Termin in der Beratungsstelle der Diakonie in der westfälischen Stadt Bünde gebeten. Im Gespräch mit der Psychologin Cornelia Hähnelt (alle Namen geändert) schildern die Wittes zunächst zögerlich, dann aber zunehmend erleichtert und offen ihr Problem: Es hapert beim Sex, schon länger.

Während Markus Witte Sex möchte, gerne auch oft, hat seine Frau immer weniger Lust. Und im Moment will sie überhaupt nicht mehr. Eine Zeit lang hat Sophie sich angepasst und den Wünschen ihres Mannes nachgegeben. Aber er merkte, dass sie nicht wirklich dabei war. Er fühlte sich abgewiesen, gekränkt, zieht sich nun ebenfalls von ihr zurück.

Beide widmen sich derzeit vor allem ihren häuslichen und beruflichen Aufgaben, denen sie pflichtbewusst nachkommen. Aber sollte das wirklich schon alles gewesen sein? Sind sie nur noch wegen der Kinder zusammen? »Früher waren wir ein glückliches Paar, gerade auch sexuell war es gut zwischen uns. Warum ist das jetzt alles anders?«, fragt Markus Witte anklagend. Manchmal, so erzählt er der Psychologin, ist er aus lauter Frust schon richtig explodiert. Und seine Frau hat sich lautstark gegen seine Schuldzuweisungen gewehrt.

Probleme in der Sexualität gehören zu den häufigsten Gründen, warum Paare bei Therapeuten oder Beratungsstellen Hilfe suchen. Denn wenn es keine intime Nähe mehr miteinander gibt, wird das zumeist von beiden Partnern als irritierend, kränkend und trennend erlebt.

D