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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

»Die Sinnlosigkeit aushalten«

von Interview Hartmut Meesmann vom 24.03.2017
Warum die Vorstellung, das Leben sei in jedem Moment sinnvoll, eine falsche Anspruchshaltung ist
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Publik-Forum: Herr Rüegger, in vielen Ländern wird über die Frage gestritten, ob man seinem Leben im hohen Alter ein Ende setzen darf, wenn es einem als sinnlos erscheint. Gegner einer Selbsttötung, vor allem Christen, sagen, dass das Leben niemals sinnlos sei. Wie ist Ihre Position?

Heinz Rüegger: Kurt Marti, der bekannte Pfarrer und Dichter, der kürzlich im Alter von 96 Jahren starb, bekannte einmal, dass sein Leben inzwischen zum »Leerlauf« geworden sei. Marti war verwitwet und lebte in einem Pflegeheim. Er wusste sein Leben zwar durchaus in Gottes Hand. Aber im Blick auf sein irdisches Leben sah er kein Ziel und keinen Sinn mehr. Er erfuhr keinen Inhalt mehr, der sein Leben lebenswert machen würde. Deshalb betete er, wie er sagte, jeden Abend da

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