Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2016
Der neue Mensch
Jens Reich über Fluch und Segen der Gen-Medizin
Der Inhalt:

Jeder Staat hat seine Regeln

Das relativ strenge deutsche Embryonenschutzgesetz findet in Europa keine Nachahmer

Das Embryonenschutzgesetz regelt die künstliche Befruchtung und den Umgang mit menschlichen Embryonen. Das Gesetz hat zum Ziel, das menschliche Leben von seinem Beginn an zu schützen. In Deutschland ist es besonders streng. Das geht auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1975 zurück. Damals hatte Karlsruhe Schwangerschaftsabbrüche in der alten Bundesrepublik grundsätzlich infrage gestellt. In der DDR waren sie gesetzlich erlaubt und gang und gäbe.

Vor dem Hintergrund der Karlsruher Entscheidung beschloss der Bundestag 1990 ein außergewöhnlich restriktives Gesetz: das Embryonenschutzgesetz. Anlass war das Aufkommen der neuen Biowissenschaften. Das Gesetz verbot jede Forschung an Embryonen. Die strenge Linie wurde später im Stammzellgesetz aufgeweicht. Doch mit Geldstrafe oder sogar Gefängnis muss rechnen, wer die Erbinformation einer menschlichen Keimbahn künstlich verändert.

»Das deutsche Recht betrachtet eine befruchtete Eizelle ab dem Moment, in dem die Kerne von Ei- und Samenzelle verschmolzen sind, als Embryo. Und nach dem Embryonenschutzgesetz darf dieser Embryo keinem Zweck zugeführt werden, der nicht seinem Erhalt dient. Experimente in der Grundlagenforschung, wie die Briten sie jetzt angehen werden, sind bei uns eindeutig verboten«, sagt Rechtsexperte Jochen Taupitz vom Deutschen Ethikrat. Doch nach seiner Überzeugung tun sich trotz der Strenge des Gesetzes Lücken im Embryonenschutzgesetz auf. Die Debatte um das Genome Editing offenbare sie.

Europaweit allerdings hat jeder Staat seine eigenen Regeln. Allerdings nicht für Patente auf Ergebnisse dieser Forschung. Da gilt nach wie vor die EU-Biopatent-Richtlinie von 19