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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2014
Das Genmais-Komplott
Wie Konzerne eine Technologie durchsetzen, die keiner will
Der Inhalt:

Das Kreuz mit den Zahlen

von Bettina Röder vom 28.03.2014
Die Evangelische Kirche in Deutschland beklagt erneut den Verlust von Mitgliedern. Doch die Kirche lebt nicht von der Statistik allein

Die mitteldeutsche Kirche ist im wahrsten Sinne des Wortes stein-reich. Denn es ist mit weitem Abstand zu allen katholischen Diözesen und allen evangelischen Landeskirchen in Deutschland die Kirche mit den meisten Kirchengebäuden. Fast 4000 Kirchen, die Friedhofskapellen nicht mitgerechnet, gibt es dort. Nur eben kaum noch Mitglieder. Gerade mal 18,3 Prozent gehören zur evangelischen Kirche.

Doch wer zwischen zwischen dem Jerichower Land und der flachen Magdeburger Börde unterwegs ist, wird erstaunt feststellen, dass die allermeisten romanischen oder gotischen Kirchen die Glanzstücke in den Ortschaften sind. Während der Bäcker, die Post und die Sparkasse verschwunden sind, prägen sie das Bild. Erhalten wurden sie nicht zuletzt von mehreren Hundert Kirchbauvereinen mit rund 7000 Mitgliedern. Die eine Hälfte sind treue Kirchenmitglieder, die andere Hälfte gehört überhaupt nicht zur Kirche. Gemeinsam haben sie an so manchem Ort dafür gesorgt, dass »die Kirche im Dorf bleibt«, wie sie es sich alle wünschen.

Kirche der Besserverdienenden

Vor diesem Hintergrund ist es nicht gerade zukunftsweisend, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) immer wieder nur ihre eigenen Schäflein zählt. Auch bei ihrer jüngsten Studie ist das so. Zum fünften Mal hat die EKD eine solche Studie erstellt; im Abstand von jeweils zehn Jahren macht sie das. Herausgekommen ist ein 132-seitiges DIN-A4-Heft mit zahlreichen Tabellen und Abbildungen. Mit einem Fazit, das allerdings so neu nicht ist: Die Kirche verliert Mitglieder. 19 Prozent der 14- bis 21-Jährigen Westdeutschen bekunden, sie hätten eine feste Kirchenaustrittsabsicht. Im Osten sind es zwölf Prozent. Hingegen ist die Bereitschaft, die Kirche zu verlassen, bei den über 66 Jahre alten Westdeutschen mit zwei Prozent am geringsten, im Osten sind es sechs Prozent. Und nur zwei Prozent der aus der Kirche Ausgetretenen können sich einen Wiedereintritt vorstellen.

Bei den 3000 Befragten hat sich zudem ergeben, dass die Zahl derer, die sich der Kirche eng verbunden fühlen, ebenso zunimmt wie die Zahl derer, die zwar Mitglieder sind, der Kirche aber gleichgültig gegenüberstehen. Die Studie nennt sie die Indifferenten. Dazwischen, heißt es, gebe es kaum noch etwas. Doch lediglich 22 Prozent der 14- bis 21-Jährigen fühlen sich ihrer Kirche verbunden. Bei den über 66-Jährigen s

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