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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2020
Menschen statt Grenzen
Wie eine Feministische Außenpolitik die Welt verändern könnte
Der Inhalt:

Fußballer gegen Rassismus

von Viola Rüdele vom 13.03.2020
Aufgefallen: Der ehemalige Bundesligaspieler Hans Sarpei setzt sich gegen Hetze ein. Nun will er sein Engagement im Aufsichtsrat bei Schalke 04 fortführen

Wo ich herkomme? Vom Sport.« Mit diesen Worten begrüßt Hans Sarpei seine Fans auf seinen Social-Media-Kanälen. Der ehemalige Fußballprofi zeigt deutlich, wofür sein Herz schlägt: für den Sport und für den Kampf gegen Rassismus.

Seine Liebe zum Fußball entdeckte er früh, als Kind kickte er mit seinen Freunden auf Parkdecks in Köln-Chorweiler. Wie sein älterer Bruder Edward wollte er Profi-Fußballer werden. Zunächst machte er eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker. Schließlich schaffte er es in die Bundesliga. Von 2001 bis 2012 war er dort für Wolfsburg, Leverkusen und Schalke aktiv. Aktuell ist er Jugendtrainer für den Deutschen Fußballbund.

Während seiner aktiven Zeit spielte er zudem im ghanaischen Nationalteam. In Ghana lebte Sarpei die ersten drei Jahre seines Lebens, dann kam er mit seinen Eltern nach Köln. Der »kölsche Hans« fühlt sich wohl in der Stadt. Er lebt dort mit seiner Frau, der Schauspielerin Pia Sarpei, und seinen zwei Kindern.

Nun bewirbt sich der 43-Jährige um einen Posten im elfköpfigen Aufsichtsrat seines ehemaligen Vereins Schalke 04. »Ich möchte helfen, dass in unserer Gesellschaft und auf Schalke kein Platz für Rassismus ist«, erklärt er. Dabei will er seine Erfahrungen als Deutscher mit Migrationshintergrund einbringen. In dem Gremium sitzen derzeit nur weiße Männer. »Ich weiß, wie es ist, wenn einem im Stadion Affenlaute entgegengebracht werden«, sagt Sarpei. Erst vor wenigen Wochen beleidigten Schalker Fans so den Spieler Jordan Torunarigha von Hertha BSC Berlin. Schalke kann Sarpeis Hilfe also gut gebrauchen. Zumal sich im vergangenen Jahr auch der Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies rassistisch geäußert hat. Sarpei war einer der ersten, die ihn dafür öffentlich kritisierten.

Bekannt ist Sarpei auch über den Fußball hinaus wegen absurder und selbstironischer Witze, die er selbst und seine Fans über soziale Medien verbreiten: »Hans Sarpei kauft Obst bei Apple und Fenster bei Windows« oder »Hans Sarpei kann seine eigenen Elfmeter halten«. Wie vielseitig begabt Sarpei ist, bewies er auch in der RTL-Show Let’s Dance, bei der er sich 2015 bis zum Sieg tanzte.

Seine mediale Bekanntheit nutzt Sarpei für sein politisches Engagement. In der RTL2-Doku »Abgestempelt? Hans Sarpei will’s wissen« ging er Vorurteil

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