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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2019
Und die Demokratie lebt doch!
Schülerstreiks, Bienen-Volksbegehren, Frauenrechte
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 08.03.2019

Slavoj Zizek
Lenin heute
WBG. 268 Seiten. 24,95 €

Der Autor beschreibt und analysiert, wie der kranke Lenin zu verhindern sucht, dass Stalin die Macht übernimmt. Dabei erliegt er nicht der Versuchung, dass Lenin als der reine Ursprung erscheint, der von Stalin verdorben und verraten wurde. Er spricht von Lenins »Gründungsverbrechen« wie auch von demjenigen Maos, das nie vollständig anerkannt werden darf, weil damit das Sowjetsystem zu Fall gebracht würde. In einem großen Bogen von Robespierre bis Putin werden Beispiele für Demagogie und Gewaltherrschaft vorgestellt. Dem ausgezeichneten, von Psychoanalyse (Lacan) und Neomarxismus geprägten Essay folgen Texte, die Lenin während seiner beiden letzten Lebensjahre geschrieben hat. Sie sind von Sorge um das kommunistische Projekt durchdrungen und zeigen sowohl Lenins Überheblichkeit und Starrheit als auch seine Sensibilität und Ehrlichkeit. Er war auf dem Wege, und darin bestehe die denkerische Leistung dieser Jahre, zu erkennen, dass das Problem der Freiheit vor allem in sozialen Beziehungen enthalten sei. Jürgen Israel

Theresia Heimerl/
Joachim Kügler (Hg.)
Eine bessere Welt – ohne Religion?
Echter. 240 Seiten. 14,90 €

Nein, die Welt wird ohne Religion nicht besser, aber mit Religion auch nicht unbedingt. So die kritisch-selbstkritische Antwort der 22 kurzen, thematisch sehr unterschiedlichen Beiträge zur Titelfrage des Buches. Dabei unterstützt eine Reihe von Autorinnen und Autoren – Religionswissenschaftler und Theologinnen der Universität Graz und eines mit ihr freundschaftlich verbundenen Umfelds – die Forderung nach einer Ökumene der Christen mit nicht-religiösen Menschen. Sie möchten dabei die »säkulare Botschaft des Evangeliums« erschließen: nämlich eine engagierte »Weltverbundenheit« oder »Weltloyalität«, die verknüpft ist mit einer religionskritischen Haltung. So bekennt zum Beispiel ein Theologe freimütig, dass er aufgehört habe zu glauben, »dass es moralisch richtig ist, seine Feinde zu lieben«. Er hat im Irak erlebt, dass Angehörige des IS einer hungernden Frau eine Suppe gaben, die aus dem Fleisch ihres ermordeten Kindes gekocht worden war. Ist die Feindesliebe eine »Überforderung des Menschen«, die das Christentum »totalitär« werden lässt? Der anregende S

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