Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2019
Und die Demokratie lebt doch!
Schülerstreiks, Bienen-Volksbegehren, Frauenrechte
Der Inhalt:

Buch des Monats: Welche Praxis nottut

von Norbert Copray vom 08.03.2019
Alternativen zum Leben auf Kosten von anderen

I. L. A. Kollektiv (Hg.)
Das gute Leben für alle
Wege in die solidarische Lebensweise. Oekom. 124 Seiten. Großformat. 20 €

Viele Menschen fühlen sich allein durch den Gedanken gelähmt, dass es zum verbreiteten Kapitalismus, zur Ausbeutung von Menschen, Tieren und Erde keine Alternative gäbe. Die imperiale Lebensweise, die tief in uns und in unserer Gesellschaft verankert ist, scheint immun gegen Kritik und Veränderung. Doch diese Lebensweise, die im Leben auf Kosten anderer besteht, richtet letztlich auch die Profiteure zugrunde.

Ihnen setzt dieses Buch »Wege in die solidarische Lebensweise« entgegen zugunsten eines »guten Lebens für alle«. Sage niemand, das ginge nicht. Die rund 35 Autoren und Akteure des I. L. A. Kollektivs (I. L. A.: »Imperiale Lebensweise und solidarische Alternativen«) zeigen an zentralen Lebensbereichen wie Sorge, Ernährung, Mobilität, Wohnen, Gebrauchsgüter und Energie, was heute schon an solidarischer Lebensweise möglich ist und realisiert wird. Beispiele und Modelle ermutigen und zeigen: Es gibt sogar angesichts der noch imperialen Lebensweise alternative Praxis, Bilder und Perspektiven. Zum Einstieg werden die »Prinzipien, Projekte und Prämissen« der solidarischen Lebensweise vorgestellt, »die die gegenwärtigen Verhältnisse grundlegend verändern, dass ein gutes Leben für alle möglich wird«. Zumal so, wie wir heute leben, nicht alle Menschen auf dem Planeten werden leben können, sodass ein nicht geringer Teil auf diese Weise zu Krankheit, Benachteiligung, Hunger, Ausbeutung und zum frühen Tod verurteilt wird.

Bedürfnisse haben Grenzen, wenn den Bedürfnissen anderer mit Achtung begegnet wird. Fünf Prinzipien der solidarischen Lebensweise ermöglichen und festigen die Praxis: Demokratisierung, also weitgehende Partizipation an Entscheidungen; Commoning, also weitgehendes Gemeinwohl schaffen, pflegen, nutzen; Reproduktion heißt Leben erhalten, entfalten, Beziehungen pflegen; Dependenz meint, die nicht hintergehbare Verbundenheit von Mensch und Natur zu achten; Suffizienz, nämlich es gibt genug für alle statt immer mehr für wenige. Für eine Praxis in diesen Koordinaten entwerfen und zeigen die Autoren, was schon geht, was noch passieren muss und was für ungeahnte Formen von Freiheit, Wohlstand und Glück entwickelt werden können, die vermeintlicher Freiheit, vorgegaukelte

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen