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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

»In Polen stirbt das Christentum«

von Ludwik Wisniewski vom 09.03.2018
Einer der bekanntesten Geistlichen der Solidarnosc-Zeit klagt an: Hass wird als Religion verpackt

Vor aller Augen stirbt in Polen das Christentum. Wir selbst sind dabei, es auszumerzen. In unsere Religiosität wurde ein Element integriert, das sie sprengt: Es ist unsere Feindseligkeit. Sie ist nicht bloß ein viraler Infekt, sondern wurde uns zur Gewohnheit. Doch wo Feindseligkeit herrscht, da kennt das Bürgerrecht den Hass – der Feind muss ja ausgelöscht werden. Menschen dürfen also bespuckt, verhöhnt, getreten und angeklagt werden, während man sich auf das Evangelium beruft, als Retter christlicher Werte und der Kirche aufspielt, die Hände gottesfürchtig faltet und sich in den Medien ins Gebet vertieft präsentiert. Das ist kein Christentum mehr, sondern seine Parodie.

Wie tief diese Feindseligkeit unser Denken durchdrungen hat, zeigt die Einstellung gegenüber Flüchtlingen und Migranten. Noch vor zehn Jahren waren siebzig Prozent der Polen der Ansicht, dass wir jenen, die vor Krieg fliehen, Gastfreundschaft erweisen sollten. Heute sind 63 Prozent der Polen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen. Das ist das Resultat jener aggressiven Antikatechese, die von Politikern betrieben wird. Sie finden dabei bedauerlicherweise Unterstützung bei vielen Geistlichen.

Keiner behauptet, dass die Aufnahme von Migranten einfach ist, zumal wenn sie einer anderen Kultur und Religion angehören. Doch zeigt jeder Mensch in Not – daran erinnerte Papst Franziskus – »das Antlitz Christi«. Jene, die die Grenzen vor den Fremden schließen wollen, behaupten, sie schützten damit die christliche Zivilisation, die religiöse Kultur, ja, das Evangelium und Christus selbst. Doch unser heiliggesprochener Papst Johannes Paul II. lehrte, dass »der Mensch der Weg der Kirche« ist. Wir haben dem Menschen zu dienen. Jedem Einzelnen.

Es fällt schwer zu glauben, wie tief sich die Feindseligkeit in den Köpfen polnischer Katholiken eingenistet hat. Ein mir gut bekannter, angesehener Geistlicher sagte jüngst: »Ein Glück, dass unsere Regierung diesen Pöbel nicht nach Polen ließ … Das sind ja keine Menschen, sondern Wilde.« Jene, die heute Polen regieren, appellieren an die dunkelsten Winkel in der polnischen Seele und haben ein »Schreckgespenst« erschaffen, mit dem sie fast zwei Dritteln der Bevölkerung Angst einjagen. Sie wussten, das bringt ihnen den Wahlsieg.

Die polnische Flüchtlingspolitik ist eine Schande. Kardinal Kazimierz Nycz sagte: »An der Grenze Europas und vor den Augen de

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