»In Polen stirbt das Christentum«
Vor aller Augen stirbt in Polen das Christentum. Wir selbst sind dabei, es auszumerzen. In unsere Religiosität wurde ein Element integriert, das sie sprengt: Es ist unsere Feindseligkeit. Sie ist nicht bloß ein viraler Infekt, sondern wurde uns zur Gewohnheit. Doch wo Feindseligkeit herrscht, da kennt das Bürgerrecht den Hass – der Feind muss ja ausgelöscht werden. Menschen dürfen also bespuckt, verhöhnt, getreten und angeklagt werden, während man sich auf das Evangelium beruft, als Retter christlicher Werte und der Kirche aufspielt, die Hände gottesfürchtig faltet und sich in den Medien ins Gebet vertieft präsentiert. Das ist kein Christentum mehr, sondern seine Parodie.
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Ludwik Wisniewski,
geboren 1936, ist Dominikaner. Als einer der bekanntesten Geistlichen der Solidarnosc-Zeit trat er nach 1981 während des Kriegsrechts in Polen für gewaltlosen Widerstand ein. Bereits 2010 kritisierte er den Nationalismus und die Fremdenfeindlichkeit seiner Glaubensbrüder in einem Brief an den Apostolischen Nuntius in Polen, Erzbischof Celestino Migliore, 2017 wandte er sich direkt an alle Bischöfe.
