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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Seiner Zeit voraus

von Karl-Josef Kuschel vom 09.03.2018
Am 19. März wird Hans Küng neunzig Jahre alt. Das Lebenswerk des Theologen sprengt in jeder Hinsicht die Grenzen des Gewohnten. Es inspiriert nachfolgende Generationen, Theologie als Wissenschaft mit Zukunft zu betreiben

In über sechzig Jahren ist sein Werk gewachsen. Und er selber hat diesen Wachstumsprozess einmal mit konzentrischen Kreisen verglichen. Sie gehen von einer Mitte aus und erweitern sich, Kreis für Kreis.

1957 beginnt Hans Küng mit einer brillanten Dissertation zur Rechtfertigungslehre, einem zentralen Lehrsatz des Protestantismus, und arbeitet sich in das Werk des damals größten protestantischen Theologen, Karl Barth, so ein, dass er einen Konsens feststellen kann zwischen ihm und der – recht verstandenen – katholischen Lehre. Eine Pioniertat mit unschätzbaren Folgen für die Ökumene zwischen Katholiken und Protestanten. Dreißig Jahre ist Hans Küng damals alt, und sein Name hat Signalwirkung für eine neue, zeitgemäße katholische Theologie.

Im Konflikt mit Rom

Diesen ersten Kreis (Kirche, Ökumene) bearbeitet er jetzt weiter. Theologie kann sich für ihn nicht länger auf Selbstbestätigung des eh und je Katholischen reduzieren, sondern sieht sich im Dienst an der inneren Erneuerung der katholischen Kirche und der Versöhnung zwischen den getrennten Christen. Küng ist zur Stelle, als das Zweite Vatikanische Konzil 1962 eröffnet wird, bereitet es durch seine Programmschrift »Konzil und Wiedervereinigung« (1960) geistig mit vor und zieht daraus die nötigen Konsequenzen für ein sowohl biblisch fundiertes wie zeitgenössisch gelebtes Kirchenbild (»Die Kirche«, 1967).

Prompt treibt ihn das in die Konfrontation mit dem römischen Lehramt, zumal Küng nach Ende des Konzils (1965) den Reformschub erlahmen sieht und er für diese Reformunwilligkeit nicht zuletzt den Unfehlbarkeitsanspruch des römischen und bischöflichen Lehramtes verantwortlich macht. Mit seinem Buch »Unfehlbar? Eine Anfrage« (1970) löst er eine internationale und ökumenische Debatte aus, die ihresgleichen sucht und ihm 1979 den Entzug der »kirchlichen Lehrbefugnis« einträgt.

Zu dieser Zeit hatte Hans Küng längst den ersten Kreis überschritten und sich – angesichts der Herausforderungen durch Säkularismus und Humanismus – einem zweiten Kreis geöffnet und sich mit Grundsatzfragen auseinandergesetzt, die nicht länger Katholiken und Protestanten allein betreffen, sondern alle Christen gleichermaßen. Der binnenkirchliche Rahmen musste gesprengt werden. Fragen aus der Gesellschaft waren aufgebrochen, die Christen allesamt betrafen und h

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