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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

»Ich will Frauen sichtbar machen!«

von Sara Mierzwa vom 09.03.2018
Barbara Obermüller hat die Frauenzeitschrift »Mathilde« mitgegründet und setzt sich für Frauenrechte in Darmstadt ein

Besser spät als nie: Seit mehr als dreißig Jahren bin ich Feministin und aktiv für Frauenrechte. Bevor ich es aber wurde, war ich schon viele Jahre Hausfrau und Mutter von drei Töchtern gewesen. Irgendwann, ich war schon fast fünfzig, beschloss ich, halbtags arbeiten zu gehen und mich politisch zu engagieren. Ich habe damals bei meiner ältesten Tochter manchmal die Zeitschrift Emma gelesen oder feministische Bücher aus der Bücherei ausgeliehen. Meinen Mann stellte ich vor vollendete Tatsachen. Er war erst etwas erschrocken, gewöhnte sich dann aber an die neue Situation. Manchmal war abends eben kein Essen gekocht.

1992 gründete ich gemeinsam mit einigen Frauen die Zeitschrift Mathilde in Darmstadt. Wir wollten über Frauenthemen schreiben und dabei konkrete Beispiele aus der Region aufgreifen. Bisher sind 150 Ausgaben erschienen. In jeder gab es ein anderes Schwerpunktthema: Wissenschaftlerinnen, Kabarettistinnen, Künstlerinnen. Wir wollen Frauen sichtbar machen. Sie kommen in vielen Medien immer noch zu selten vor. In unserer Redaktion gibt es keine Leitung. Wir motivieren und unterstützen uns gegenseitig. So habe ich das oft in Frauengruppen erlebt, und das hat mich motiviert, bis heute bei der Mathilde mitzuarbeiten.

Das Thema Feminismus bewegt mich so sehr, dass ich angefangen habe, zu dem Thema zu forschen. Daraus ist das Buch »Die weibliche Seite der Ur- und Frühgeschichte. Mit besonderem Blick auf Hessen« entstanden. Gerade arbeite ich mit zwei anderen Frauen an einer Dokumentation über »Autonome Frauenprojekte in Darmstadt von 1970 bis 2000«.

Bei meinen eigenen Töchtern scheint mir der Anspruch einer feministischen Erziehung ganz gut gelungen zu sein. Alle drei haben studiert und promoviert. Ich habe immer versucht, sie aus der Hausarbeit herauszuhalten. Meine Töchter sollen nicht so werden wie ich, dachte ich mir.

Als Stadtverordnete für die Feministische Partei habe ich in Darmstadt fünf Jahre lang für Frauenrechte gekämpft. Kleine Dinge konnte ich dort verändern: Straßen nach Frauen benennen oder darauf hinweisen, dass viel mehr Geld für Sportangebote für Männer als für Frauen ausgegeben wird. Was die Gleichberechtigung angeht, erlebe ich heutzutage einen Rückschritt in unserer Gesellschaft. Man muss sich nur das ganze Spielzeug ansehen, d

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