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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2018
Der Kampf um den Sand
Die Gier nach dem Rohstoff bedroht Mensch und Umwelt
Der Inhalt:

Gibt es die eine wahre Religion?

»Auch Christen können nicht beanspruchen, ihn, den Unbegreiflichen zu begreifen, ihn, den Unerforschlichen, erfasst zu haben. Auch im christlichen Glauben erkennen wir nach Paulus die Wahrheit selbst, die Gott ist, in rätselhaften Umrissen, bruchstückhaft, facettenhaft, abhängig von unserem ganz bestimmten Standpunkt und Zeitpunkt. Ja, auch die Christenheit ist ›in via‹, auf dem Weg: ›Ecclesia peregrinans, homines viatores.‹ Und wir sind auf dem Weg nicht allein, sondern mit Abermillionen anderer Menschen aus allen möglichen Konfessionen und Religionen, die ihren eigenen Weg gehen, aber mit denen wir je länger desto mehr in einem Kommunikationsprozess stehen, wo man sich nicht um Mein und Dein, meine Wahrheit – deine Wahrheit, streiten sollte; wo man vielmehr, unendlich lernbereit, von der Wahrheit der anderen aufnehmen und von seiner eigenen Wahrheit neidlos mitteilen sollte.

Wohin aber, wird mancher fragen, wird das alles führen? Die Geschichte ist nach vorne offen, und nach vorne offen ist auch der interreligiöse Dialog, der, anders als der interkonfessionelle, gerade erst begonnen hat ... Wie die Christologie, Koranologie oder Buddhologie, wie die Kirche, die Umma, der Sangha des Jahres 2087 aussehen wird, wer weiß das?

Sicher, was die Zukunft betrifft, ist nur das eine: am Ende sowohl des Menschenlebens wie des Weltenlaufs werden nicht Buddhismus oder Hinduismus stehen, aber auch nicht der Islam und nicht das Judentum. Ja, am Ende steht auch nicht das Christentum. Am Ende wird überhaupt keine Religion stehen, sondern steht der eine Unaussprechliche selbst, auf den alle Religion sich richtet, den auch die Christen erst dann, wenn das U