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Was würdest du tun?

Martin Scorseses Film »Silence« über die Jesuitenmission in Japan ist ein existenzielles Drama über Natur, Kultur und Glaube
von Michael Schrom vom 10.03.2017
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Irgendwann in diesen 160 bildgesättigten Minuten, in denen sich eindrückliche Naturaufnahmen, unerträgliche Folterszenen und philosophische Diskurse übereinanderlegen, stellt sich die Frage: Und wie denkst du darüber? An dieser Stelle hat der Zuschauer die Wahl. Entweder er betrachtet Scorseses filmische Adaption des Romans »Schweigen« von Shusaku Endo über den gescheiterten Versuch der Jesuiten, im 17. Jahrhundert den christlichen Glauben in Japan zu verkünden, als bloßes Historienspektakel. Dann wird es ihm wie dem Rezensenten der Zeit gehen, der meint, dass der Film »etwas langweilig« sei. Oder er identifiziert sich mit den gebrochenen Helden und verirrt sich im Labyrinth der Fragen, die Scorsese aufwirft: Was ist kulturelle Prägung und religiöse Identität? Werden sie eher durch Bekenntnis und Beispiel oder durch Sitte und Gewalt geformt? Schließlich: Was kann religiöse Rede bezeugen angesichts eines Gottes, der schweigt? Dann kann es sein, dass man das Kino als ein anderer verlässt: bewegt und mit viel Gesprächsbedarf.

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