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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2016
Gott suchen in Auschwitz?
Eine Begegnung mit Überlebenden
Der Inhalt:

Nachgefragt: Meere ohne Plastik?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 11.03.2016
Wie kann das gehen? Fragen an Valentin Murariu von der Schweizer Stiftung »Race for Water«

Publik-Forum: Neun Monate lang sind Sie um die Welt gesegelt und haben mit einem Forscherteam die Verschmutzung der Ozeane durch Plastik untersucht. Nun sind Sie zurück – mit einer Lösung im Gepäck?

Valentin Murariu: Als wir zu unserer Expedition aufgebrochen sind, wollten wir nach Lösungen suchen, wie man Plastik aus den Meeren fischen kann. Aber das hat sich als Illusion herausgestellt. Wir müssen uns auf das Land konzentrieren und verhindern, dass das Plastik überhaupt in die Ozeane gelangt. Unser Ansatz lautet deshalb: Gebt dem Plastik einen Wert! Wir wollen aus Plastikmüll Energie machen.

Wie soll das funktionieren?

Murariu: Durch das Einsammeln von Plastik müssen Anreize geschaffen werden. Schon heute springt ja für Müllsammler, die den Abfall nach Aluminium durchforsten, ein bisschen Geld raus. Unser Konzept sieht vor, dass Menschen Plastik einsammeln und dann zu Sammelstationen bringen, wo sie im Gegenzug dafür ein paar Cent bekommen. Dann wird der Plastikmüll verbrannt, und aus den so entstehenden Gasen kann man etwas erzeugen, das jeder braucht: Strom. Dem Plastikmüll wird so ein eigener Wert gegeben.

Sammelmaschinen und Generatoren müssen aber erst einmal errichtet werden. Was kostet das denn – und wer bezahlt das eigentlich?

Murariu: Die Einrichtung von A bis Z – vom Bau der Sammelstationen über den Transport bis hin zur Stromerzeugung – kostet rund fünf Millionen Euro pro Standort. Jeder kann etwas dazu beitragen, indem er uns einen Kredit gewährt. Das lässt sich unter dem Schlagwort »Impact Investing« zusammenfassen: Investieren für den Nutzen der ganzen Gesellschaft. Wir hoffen auf Unterstützung von verschiedenen Seiten. Wichtig ist: Unsere Stiftung ist nicht der Besitzer einer Firma, sondern wir unterstützen lokale Unternehmer, die aus Plastik Energie machen wollen.

Und die gibt es weltweit?

Murariu: Definitiv. Man muss dabei unterscheiden zwischen touristischen und nicht- touristischen Inseln und Orten. In touristischen Gegenden, zum Beispiel auf der Insel Palau im Pazifik, ist es schon jetzt recht sauber, denn die Menschen leben von den Urlaubern. Schon allein deswegen halten sie die Strände sauber, weil sich das bezahlt macht. Aber das sieht leider

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