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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2016
Gott suchen in Auschwitz?
Eine Begegnung mit Überlebenden
Der Inhalt:

Der Trumphator

Donald Trump könnte US-Präsident werden. Nur die Demokratin Hillary Clinton kann ihn noch aufhalten. Seine eigene Partei aber hat kein Rezept gegen den Rüpel und Rassisten

Ein unberechenbarer, vulgärer Baulöwe gewinnt in den USA eine Präsidentschafts-Vorwahl nach der anderen. Der Republikaner Donald Trump will Menschen muslimischen Glaubens die Einreise verbieten, verunglimpft mexikanische Einwanderer als Drogendealer und Vergewaltiger und hat für die Medien, den politischen Gegner, den Papst und den Rest der Nicht-Trump-Welt nur Beleidigungen übrig. Nichts von alledem hat Trumps unglaublichem Aufstieg bisher geschadet. Im Gegenteil. Jeder neue Tabu-Bruch bringt ihm Punkte bei seinen Fans.

Trump-Wähler finden sich in allen Schichten. Es sind Männer wie Frauen, Arme und Reiche, gebildete und weniger gebildete, konservative und weniger konservative, fromme und nichtreligiöse Amerikaner – und viele Soldaten und Veteranen. Sogar ein Teil der von ihm verhöhnten Latinos wählt Trump. Enttäuschung, Ärger, Angst und Wut auf Political Correctnes« hat sie in die Arme des Demagogen getrieben. Aber auch die Erwartung, dass am besten ein Außenseiter wie er Washington wieder auf Vordermann bringen kann.

Trump wollte genau diese missgestimmte Wählerschicht erreichen. Auf dem Rücken amerikanischer Wutbürger gedenkt er ins Weiße Haus zu reiten. Er will »die da oben« vom Sockel stoßen: die republikanischen »Schwachköpfe« in Washington, die nicht in der Lage sind, Amerika gegen Einwanderer abzuschotten, Terroristen nicht das Handwerk legen und Millionen hart arbeitenden Amerikanern das Leben im Mittelstand immer schwerer machen. Trumps Versprechen, die Sozialhilfe nicht anzurühren und eine Basiskrankenversorgung zu schaffen, damit »kein Amerikaner mehr auf der Straße sterben muss«, hat seiner Popularität einen weiteren Schub gegeben. Seine Wähler fühlen sich verstanden: »The Donald« klingt