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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2016
Gott suchen in Auschwitz?
Eine Begegnung mit Überlebenden
Der Inhalt:

Leicht wie die Seele

Lyrik. »Der wird kein Liebender sein, der nicht leicht ist wie die Seele, der nachts nicht wie ein Stern den Mond umkreist.« Mit solchen Versen fasziniert Muhammed Dschalaluddin, besser bekannt als Rumi, Menschen seit dem 13. Jahrhundert. Der sprachgewaltige Mystiker und Dichter wurde 1207 in Balch im heutigen Afghanistan geboren.

Bis heute gilt er als der bekannteste Sufi-Mystiker und wird auch in Europa und vor allem in den USA verehrt. Einige seiner intensivsten Texte beschreiben die Freundschaft mit dem Wander-Derwisch Schamsuddin, die durchaus auch homoerotische Züge trug. Zahlreiche Texte kreisen um das tragische Ende dieser Beziehung und wirken auf den Leser von heute sehr modern.

Der Islamwissenschaftler Johann Christoph Bürgel hat nun hundert Gedichte von Rumi ausgewählt und neu aus dem Persischen übersetzt. Unter dem Titel »Traumbild des Herzens« hat er Vierzeiler zu den Themen Freundschaft und Liebe, Leben und Lernen sowie Musik und Dichtung zusammengetragen. Die Verse bestechen durch ihre Intensität und die bildhafte Sprache.

Neben allen Stationen menschlicher Liebe – von Verliebtheit bis Trennungsschmerz – geht es um allgemeine Lebensweisheiten, Grundfragen der menschlichen Existenz und die Beziehung des Menschen zu Gott, die Rumi in poetischen Bildern beschreibt. Manchmal blitzt dabei durchaus auch etwas Schalkhaftes auf.

Das Verständnis der Verse wird sehr dadurch erleichtert, dass jeder Text in zwei Übersetzungen abgedruckt ist: Während die erste Übersetzung sprachlich dicht am Original bleibt, bietet die zweite eine freiere Übertragung und lädt dazu ein, die Gedanken schweifen zu lassen. Das ausführlich