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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2016
Gott suchen in Auschwitz?
Eine Begegnung mit Überlebenden
Der Inhalt:

Erfurt: Jüdische Dom-Figur?

Die von einem »Wolfram« gestiftete lebensgroße Bronzestatue hat offenbar eine jüdische Vorgeschichte. Zu diesem Ergebnis kam eine Arbeitsgruppe des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt. Es sei lange unklar gewesen, welche Person die Statue darstelle. Nach Vergleichen mit jüdischen Handschriften identifizierte die Arbeitsgruppe die Figur nun als Aaron. Sie geht davon aus, dass die Figur beim Juden-Pogrom 1349 geplündert und für den Dom umfunktioniert wurde. Der Haltung und Ausstattung nach sei die Figur ursprünglich ein Toraträger in der Synagoge. Im Dom wurde sie jahrhundertelang als Kerzenhalter eingesetzt. Diese ersten Ergebnisse zu der Herkunft der Wolfram-Figur hat nun eine Auseinandersetzung ausgelöst: Die Jüdische Landesgemeinde in Thüringen wünscht die Rückgabe der Figur. Der Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Erfurt, Thomas Kretschmer, wies dies entschieden zurück. Aus dem Hinweis der Arbeitsgruppe würden Eigentumsansprüche abgeleitet, die die jahrhundertealte Geschichte des Doms ignorierten, sagte er dem Evangelischen Pressedienst. Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, hat um Gespräche mit dem Bischof gebeten. Zwar hätten Schuldzuweisungen nach Jahrhunderten keinen Platz. Sollte es aber einen Zusammenhang zwischen der Herkunft der Figur und einem Pogrom geben, solle sie in einer jüdischen Stätte in Erfurt aufgestellt werden.

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