Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 13.03.2015

Bernhard Grümme
Bildungsgerechtigkeit
Kohlhammer. 254 Seiten. 34,90 €

Bernhard Grümme arbeitet die noch junge Debatte um eine christliche Sozialethik der Bildung auf und fragt, was die Religionspädagogik davon lernen könne. Der Reli gionsunterricht sollte Schüler befähigen, sich mit Gerechtigkeitsfragen auseinanderzusetzen. Der Bochumer Religionspädagoge plädiert für eine Kindertheologie, die gerade benachteiligte Kinder befähigt, eigene Wünsche, Bedürfnisse und Gedanken zu artikulieren. So könne das Fach einen spezifischen Beitrag zur Verwirk lichung der Bildungsgerechtigkeit leisten. Überzeugend macht er deutlich, wie Bildung und Glaube zusammengehören. Schulpädagogische Kontroversen werden allerdings fahrlässig vereinfacht. In seinen bildungspolitischen Folgerungen bleibt der Autor in den üblichen Allgemeinplätzen der laufenden Bildungsdebatte stecken. Hier wäre noch mehr Reflexionsarbeit zu leisten, wenn die Religionspädagogik als eine eigenständige Stimme wahrgenommen werden soll. Axel Bernd Kunze

Thomas Brose
Kein Himmel über Berlin?
Butzon & Bercker. 160 Seiten. 19,95 €

Wer dieses Buch gelesen hat, sehnt sich nach einer »Theologie der Metropole Berlin«. In dieser ungewöhnlichen Stadt leben sehr viele Atheisten und immer mehr Buddhisten, Muslime und Juden, Pfingstler, Katholiken aller Couleur, fromme und liberale Protestanten nebeneinander. Es sind viele Hundert künstlerische Initiativen angesagt und Start-ups aller Art. 13 Millionen Touristen kommen jährlich; fast jeder fünfte Berliner lebt von Hartz IV. Was für eine Herausforderung für eine kontrastreiche »Theologie der Stadt Berlin«. Der Autor hingegen beschränkt sich brav auf einige Aspekte der Geschichte des Berliner Katholizismus. Immerhin: Auch Dietrich Bonhoeffer wird erwähnt. Brose nennt löbliche katholische Initiativen, etwa die kulturell kaum beachtete Guardini-Stiftung. Wie in dieser brodelnden Metropole Spiritualität in aller Vielfalt leben könnte – dazu gibt es keinen Vorschlag, auch keine Kritik an den Verfestigungen der kirchlichen Appa rate. Eine »Theologie der Stadt Berlin« ist wohl nur als Gemeinschaftswerk vieler Wissenschaftler denkbar – und erst dann inspirierend. Christian Modehn

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen