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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Buch des Monats: Ökokrieger gesucht

von Norbert Copray vom 13.03.2015
Über die revolutionäre Kraft des Klimawandels

Naomi Klein
Die Entscheidung
Kapitalismus vs. Klima. S. Fischer. 704 Seiten. 26,99 €

Naomi Klein, die weltweit durch ihre Bücher »No Logo« und »Die Schock-Strategie« (»Buch des Monats« in Publik-Forum 20/2007) bekannt wurde, outet sich in ihrem neuen Buch: Sie »habe den Klimawandel länger geleugnet«, als ihr lieb sei. Umso radikaler ist sie heute von dem Problem gepackt und greift sie das Thema auf. Für Klein geht es um den Kampf »Kapitalismus kontra Klima«. Denn beides, die Bewahrung eines menschenfreundlichen Klimas und die Bewahrung und Vermehrung des Kapitals, gehe nicht zusammen. Freie Marktwirtschaft und Klima stünden sich unversöhnlich gegenüber. Versuche, beides miteinander zu versöhnen, funktionierten nicht.

Diese These belegt Klein mit zahlreichen Forschungsergebnissen und konkreten Beispielen aus eigener Anschauung und Recherche. Derzeit versuchten etliche Konzerne, Fonds und vermögende Kreise, die Klein klar benennt, großes Kapital einzusetzen, um die These vom Klimawandel zu Fall zu bringen und alle Maßnahmen zur Begrenzung des CO2- Ausstoßes abzuwenden, zu behindern oder zu unterlaufen; was erklärbar ist, denn für die Vertreter der fossilen Brennstoffindustrie steht viel auf dem Spiel. Sie haben begriffen, dass der Klimawandel eine »revolutionäre Kraft« besitzt. Allein um ihn nur abzubremsen und erträglich zu halten, ist schon »ein fundamentaler Wandel« nötig.

Wir müssen, schreibt Klein, »unseren Lebenswandel ändern, unsere Art des Wirtschaftens, sogar die Auffassung darüber, welchen Platz wir auf der Erde einnehmen«. Es gelte, uns auch mit unserem »inneren Klimaleugner zu konfrontieren«, indem wir unseren eigenen »Extraktivismus« erkennen und verlassen. Mit Extraktivismus (von lateinisch extrahere = herausziehen) meint Klein eine auf Rohstoffexport und häufig Raubbau gegründete Ökonomie, also »eine einseitige, herrschaftsbasierte Beziehung zur Erde, bei der es nur ums Nehmen geht«. Es sei das Gegenteil von Umweltvorsorge und Rücksicht, wenn etwa »mittels Bergsprengungen und der Kahlschläge des Urwalds« alles aus einer Region herausgepresst werde, was geht. Fracking und der Abbau von Teersanden zur Ölgewinnung gehörten dazu. Was übrig bleibt, seien Abraum und Gifte.

»Das Übel wird nicht an der Wurzel gepackt«, klagt Klein,

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