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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2013
Wohin denn noch?
Abschied vom Wachstumswahn
Der Inhalt:

Erfolg beim neuen Gotteslob

von Thomas Seiterich vom 08.03.2013
Kein Rechtsruck im neuen Gesangbuch – der Basis sei Dank

»Ein Jahr lang haben die Gläubigen E-Mails und Briefe geschrieben oder telefoniert und anderweitig interveniert. Auch Gemeinden, Gruppen und kirchliche Verbände haben sich beteiligt«, sagt der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann. Er ist der Verantwortliche für die Erstellung des neuen katholischen Kirchengesangbuchs und antwortet damit auf die Frage von Publik-Forum, wie groß denn der Widerstand aus dem Kirchenvolk gegen eine befürchtete Säuberung des neuen Gotteslobs von kritisch-heutigen Liedern beispielsweise des holländischen Dichters und Theologen Huub Oosterhuis gewesen sei.

Dreieinhalb Millionen Stück des neuen Gotteslobs kommen im Advent in über 20 000 Gemeinden in Deutschland, Österreich, Südtirol in Gebrauch. »Luxemburg schließt sich vermutlich an«, sagt Bischof Hofmann. Er leitet die Liturgiekommission der deutschen Bischöfe und leitete den Gesangbuchprozess, in den seit 2002 viele Gemeinden, Chöre, Musiker und Seelsorger einbezogen wurden.

Weil die Messbesucher im Schnitt älter werden und demzufolge schlechter sehen, hat man die Druckschrift vergrößert, was dazu führt, dass auch das Gesangbuch insgesamt wächst. Sein Format bleibt jedoch Damenhandtaschen-tauglich. Die Kirche in der Schweiz hat kürzlich ein eigenes neues Gesangbuch erstellt und geht somit einen eigenen Weg.

Das jetzige Gotteslob, eingeführt 1975, versuchte, den Aufbruch des Konzils für die Gottesdienstfeiern des Gottesvolkes aufzunehmen. Das künftige Gotteslob möchte sich dem Bedarf der schrumpfenden Kirche von heute stellen: Knapp die Hälfte der Lieder sind nun »ö« wie ökumenisch; gemeinsam mit den evangelischen Glaubensgeschwistern zu singen. Neue Geistliche Lieder haben weit mehr Raum als bisher.

Die »Geistlichen Impulse für das tägliche Leben« gehen auf Anlässe in der Familie oder unter Freunden ein. Viel mehr Raum als bisher erhalten die – nun endlich geordnet gedruckten – Psalmen.

Je länger die Vorarbeiten währten, desto mehr wuchs die Sorge in vielen Pfarreien, das neue Gotteslob werde durch oberkirchliche Zensur zu einer »Rolle rückwärts«. Zumal die Bischöfe streng nach Vorschrift alle Texte zur sogenannten »Rekognoszierung« an die Liturgiekongregation im Vatikan schickten. Diese jedoch, so Bischof Hofmann, »griff überhaupt nicht ein«. Weil man in Rom wusste, wie

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