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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Öllampen für den Frieden

von Klaus Galley vom 04.05.2012
Ein Projekt für die Versöhnung zwischen Israel und Palästina

Auf unserer Reise zum Jahreswechsel 2010/11 durch Palästina und Israel, um Gesprächspartner vor Ort zu treffen, kamen wir auch nach Taybeh, »dem einzigen christlichen Dorf in Palästina«. Wir sind mit dem römisch-katholischen Pfarrer Abuna Raed verabredet. Er erzählt uns, Taybeh sei das biblische Ephraim und seit mindestens tausend Jahren von Christen bewohnt. Heute gebe es hier eine griechisch-orthodoxe, eine griechisch-katholische und seine römisch-katholische Gemeinde. Sie würden vieles miteinander machen. Sie haben eine Schule, ein Gästehaus, ein medizinisches Zentrum und – für den Orient selten – ein Haus für alte Menschen errichtet, deren Familien nicht mehr für sie aufkommen können.

Am ausführlichsten berichtet der Pfarrer von dem Friedenslampenprojekt. »Wir wollen nicht euer Geld, wir wollen eure Solidarität!«, sagt er. In einer Werkstatt, die zwanzig Menschen Arbeit gibt, werden Öllampen in Form von Friedenstauben hergestellt, und mit Öl, das am Ort aus einheimischen Oliven gepresst wird, schicken sie die Lampen in alle Welt. »Unser Ziel ist es, ein ›Friedenslicht‹ in jede Kirche auf der Welt zu tragen und so viele Christen und Gläubige wie möglich im Gebet für Frieden im Heiligen Land zu vereinen. – ›Im Angesicht dieses Weltgebetes wird unser Herr keine andere Wahl haben, als seine Gemeinde ganz gewiss zu erhören!‹« Pfarrer Raed ist ein Enthusiast, der nüchterne Mitteleuropäer skeptisch werden lässt. Aber wer in diesem Land nüchtern bleibt, hätte längst aufgegeben und wäre längst wie viele Palästinenser ausgewandert. Der Pfarrer aber wirbt dafür, dass Menschen, vor allem Christen, im Heiligen Land bleiben.

Wir können uns seiner Begeisterung schwer entziehen, und noch in Taybeh denke ich: Selbst wenn es mühsam werden sollte mit der Post und dem Zoll, ich will für die Friedensdekade, die von vier christlichen Gemeinden in unserer Kirche begangen wird, vier Öllampen besorgen.

Zu Hause stelle ich fest, dass es wenig Mühe bereitet, die Öllampen zu erwerben: bei der hier ansässigen Taybeh GmbH Anja Schimper. Und so wird in jeder der zehn Friedensandachten eine Öllampe angezündet. Im Gottesdienst der Friedensdekade am Bußtag 2011 berichten wir über die Herkunft der Lampen, zünden die vier Lampen an und sprechen das Gebet, das uns mit den Lampen erreicht hat. Und die vier Gemeinden nehmen je eine Öllampe in Form einer Taube mit

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