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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2011
Kein Gott, nirgends?
Stephen Hawkings Theo-Physik
Der Inhalt:

Schluss mit der Schönfärberei

von Siegfried Pater vom 29.04.2011
Kritische Aktionäre machen multinationalen Konzernen Druck

In den Anfangsjahren wurden die Kritischen Aktionäre bestenfalls belächelt, bei den Hauptversammlungen oftmals sogar ausgebuht. »Heute, nach 25 Jahren, sind wir Teil der Aktionärskultur«, sagt Axel Köhler-Schnura, Gründungsmitglied des Dachverbandes und Vorstand des Netzwerkes der Coordination gegen Bayer-Gefahren. Viele Kampagnen der Kritischen Aktionäre, wie diejenige 1997 für weltweit verbindliche Sozialstandards und für Klimaschutz, seien später von einer breiten Öffentlichkeit getragen worden. Unternehmen, die dies aufgegriffen haben, können heute Imagegewinne verbuchen.

Ging es den Kritischen Aktionären anfangs insbesondere um das Anprangern von eklatanten Missständen, die zu schweren Unfällen und Umweltvergiftungen führten, geht es heute darum nachzuweisen, dass die Konzerne längst nicht so umweltfreundlich sind, wie sie es nach außen darstellen. »Große Dax-Konzerne veröffentlichen zwar Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte. Dabei handelt es sich aber oft nur um Absichtserklärungen«, kritisiert Markus Dufner, der Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins.

Mit Studien über ThyssenKrupp, RWE, Porsche, EADS, Siemens,BMW, Eon, Bayer, Adidas und die Commerzbank wollen die kritischen Aktionäre jetzt mit einer Kampagne das sogenannte »Greenwashing« stoppen.

Dufner erläuterte dies am Beispiel des Stromriesen RWE: »Atomenergie als ›Partner der erneuerbaren Energien‹ darzustellen und Elektroautos mit Atomstrom aus grünen Zapfsäulen zu betanken – das geht nicht.« Deshalb fordern die Kritischen Aktionäre: Subventionen für Elektroautos nur, wenn sie Strom aus regenerativen Energien erhalten.

»Probleme wie Waffenexporte, giftige Pestizide und gefährliche Medikamente gibt es immer noch mehr als genug«, sagt Köhler-Schnura. »Deshalb geht es nach wie vor darum, die Manager mit der Kehrseite der Profite zu konfrontieren.« Das weltweit wachsende Umweltbewusstsein ist noch nicht ausreichend in den Vorständen und Aufsichtsräten der Konzerne angekommen. Aber Kleinaktionäre und sogar Aktienfondsverwalter fordern zunehmend Nachhaltigkeitskriterien ein. So wird eine Anfrage d

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