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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2020
Mahlzeit!
Mikroplastik – die allgegenwärtige Gefahr
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 28.02.2020

Almut Ilsen/
Ruth Leiserowitz (Hg.)
Seid doch laut!
Ch. Links. 304 Seiten. 30 €

Die Aktion hatte sich schnell herumgesprochen: Eine Gruppe von Frauen begehrte auf. Sie setzten ihre Freiheit aufs Spiel, begaben sich mit ihrem Protest gegen das neue Wehrdienstgesetz in der DDR in Gefahr. Es war im März 1982 von der Volkskammer verabschiedet worden und sah die allgemeine Wehrpflicht auch für Frauen vor. Das war den Frauen, nur kurz nach der Einführung des schulischen Wehrunterrichts, nun doch zu viel. Sie schrieben an Erich Honecker einen Protestbrief mit 130 Unterschriften. So entstand die Initiative »Frauen für den Frieden«. Das Buch erzählt die Geschichte speziell der Berliner Frauen, die in dem Buch zu Wort kommen. Sie schildern ihre Verhaftungen, berichten von ihren Ängsten im Gefängnis und beschreiben die große Sehnsucht nach ihren Kindern. Aus der Initiative sind später unter anderem die Nachtgebete der Frauen hervorgegangen. Aber auch ihre Zweifel kommen zur Sprache, ob sich das denn alles lohnt. Aber das ist im Rückblick längst keine Frage mehr, zumal sie alle, wie Mitherausgeberin Almut Ilsen sagt, Wegbereiterinnen der Friedlichen Revolution waren. Bettina Röder

Michel Onfray
Niedergang
Knaus. 702 Seiten. 28 €

Michel Onfray, französischer Populärphilosoph und Vielschreiber, ist heftiger Religionskritiker. Erneut bietet er einen groben Rundumschlag: Auf den ersten 500 Seiten behauptet er, das Christentum sei nichts als grausam und machtbesessen gewesen, abgesehen von Franz von Assisi und Papst Johannes XXIII. Die Märchen-Geschichten der Apokryphen gelten ihm als Tatsachenberichte. Jesus ist für ihn sowohl Fiktion wie auch historische Gestalt. Hitler wird von Onfray als Christ gedeutet, der nie antichristlich eingestellt war. Nur Hasstiraden hat er für die »68er-Bewegung« übrig. Christlicher Glauben und Kirchen sind für ihn »im Abendland« am Absterben. Seine Phobie gilt den Muslimen, sie würden sich in ihrer »Vitalität« durchsetzen. Angst macht ihm auch die Ideologie des Transhumanismus, der Wunsch einiger Millionäre in den USA, 200 Jahre alt zu werden. Der Transhumanismus ist für Onfray Ausdruck des totalitären Nihilismus: Denn nur Superreiche werden als »Post-Humane« überleben. Christian Modehn

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