in Memoriam
Apostel der Kirche von unten
Er wurde 1958 zum Priester geweiht – gerade mal ein Jahr bevor Papst Johannes XXIII. die Fenster der muffigen katholischen Kirche endlich weit aufmachte. Während seines Studiums hatte Huthmann lange, selbst gewählte theologische Lernzeiten unter Arbeitern in Industriebetrieben absolviert. Die radikal arm und solidarisch lebenden Arbeiterpriester in Belgien und Frankreich waren sein Priesterideal. Da lag es nahe, dass Huthmann später kein »Hochwürden« wurde, sondern für sich all den bürgerlichen Klimbim ablehnte, der zu den priesterlichen Privilegien zählte. Er war ein antiklerikaler Mann des Glaubens. Einer, der gegen das Oben-Unten-Gehabe in der Kirche anlebte. Einer, der sich nicht an Traditionen, sondern am Neuen Testament als Befreiungsbotschaft orientierte. Martin Huthmann gründete Basisgemeinden. Unter deren engagierten, politisch hellwachen Entscheidungschristen fühlte er sich wohl.
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