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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2018
Gott und die Frauen
Das Erbe der Feministischen Theologie
Der Inhalt:

Ökologisch, regional und fair

Die »Regionalwert AG Rheinland« unterstützt Biolandwirte durch Bürgeraktien

Umweltschützer sind sich einig: Die Preise, die wir im Alltag für Lebensmittel bezahlen, haben keinen Bezug zu den tatsächlichen Kosten, die ihre Produktion verursachen. Möglich sind die niedrigen Preise nur, weil ein Großteil der Kosten – etwa für die Umwelt – auf die Allgemeinheit abgewälzt wird. Das sieht auch Dorle Gothe so. Sie ist Geschäftsführerin der 2016 gegründeten Regionalwert AG Rheinland. Deren Ziel ist es, ein Netzwerk aus Bürgern, Produzenten, Verarbeitern und Händlern zu schaffen, die gemeinsam für ökologisch, regional und fair produzierte Lebensmittel stehen. Von einem Mitgliedsbetrieb erwartet die Regionalwert AG, dass er einem ökologischen Anbauverband angehört, mit Mensch und Tier, aber auch mit den Ressourcen der Erde respektvoll umgeht und vorrangig erneuerbare Energien nutzt. »Wir wollen mit unseren Partnern regionale landwirtschaftliche Strukturen erhalten und neu entwickeln«, sagt Gothe. Die Regionalwert AG Rheinland investiert deshalb mit den Erlösen aus dem Verkauf von Bürgeraktien in biologisch produzierende Betriebe und hilft bei Neugründungen. »Wir stehen aber auch für unsere Partner ein, wenn sie witterungsbedingte Ausfälle ausgleichen müssen oder Schwierigkeiten damit haben, geeignete Nachfolger zu finden«, erläutert Gothe.

Letzteres war zum Beispiel der Fall bei einem Hof im Oberbergischen Land. Der Landwirt fand keinen Nachfolger. Nun hat der Besitzer ein Drittel seines Hofes gegen Regionalwert-Aktien eingetauscht, die er behalten oder verkaufen kann. Ein Gemüsebauer bestellt das Ackerland. Und auch der Milchviehbetrieb soll verkauft oder verpachtet werden. Der Vorteil: Der Hof wird nicht zerschlagen, sondern von mehreren »Händen« finanziert und unterhalten.