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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2018
Gott und die Frauen
Das Erbe der Feministischen Theologie
Der Inhalt:

Friedensengel und Kriegsdämon

Bei seiner Visite im Vatikan ignoriert der türkische Präsident die Kritik des Papstes

Einen Friedensengel, der den Dämon des Krieges erwürgt, hat Papst Franziskus dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geschenkt, als er ihn Anfang Februar im Vatikan empfing. Der türkische Staatschef nahm das Geschenk mit ungerührtem Gesicht entgegen, obwohl die Symbolik klar war vor dem Hintergrund der türkischen Offensive in Afrin. Sollte sich Erdogan über das Geschenk des Papstes geärgert haben, ließ er es sich jedenfalls nicht anmerken. Erdogan schätzt Kritik am Militäreinsatz gegen die syrischen Kurden überhaupt nicht, schon bei verhaltenen Widerworten schäumt er vor Wut. Auch was der Argentinier ihm während der gut fünfzigminütigen Audienz zu Afrin sagte, behielt er für sich. Erdogan ging es bei dem Besuch vor allem darum, mit dem Papst gemeinsam Front gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump zu machen, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Mit Franziskus ist er sich einig, dass der Status quo der heiligen Stadt gewahrt werden muss. Zwei Mal telefonierten sie in der Jerusalem-Krise, bevor ihn der Papst in den Vatikan einlud. Ein Zeichen der Wertschätzung ist dies nicht unbedingt, da der Papst mit fast allen redet. Doch Erdogan kam der Besuch gelegen, um sich wieder einmal als Verteidiger der Palästinenser zu profilieren.

Auch im Kampf gegen Islamophobie konnte er sich der Unterstützung des Papstes versichern. Der Besuch wurde denn von den heimischen Medien auch als Erfolg gewertet. Allerdings fielen die Kommentare verhalten aus – so richtig begeistern können sich die meisten Türken nicht für einen Besuch ihres Präsidenten beim Papst.

Auch wurde die Visite rasch wieder überlagert von der Afrin-Offensive, die seit Wochen die Medien beherrscht. Das Fernsehen berichtet qua