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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2018
Gott und die Frauen
Das Erbe der Feministischen Theologie
Der Inhalt:

Ein gefundenes Fressen

von Wolfgang Kessler vom 23.02.2018
Wie Donald Trump beste Bedingungen für eine neue Finanzkrise schafft – und dabei Europa bedroht. Eine Warnung

Angela Merkel beschwichtigt gerne. Als kürzlich die Börsen bebten, zeigte das für die Bundeskanzlerin einfach, »wie sehr wir in unsicheren Zeiten leben«. Klar: Die Börsen haben sich inzwischen wieder etwas erholt. Doch klar ist auch, dass das Börsenbeben von neulich kein Zufall war: Denn die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump gleicht der, die vor einem knappen Jahrzehnt in die Finanzkrise führte. Und Trumps Politik könnte Europa hart treffen, auch wenn dies bisher allenfalls in Hinterzimmern diskutiert wird.

Am 1. Januar 2018 hat die US-Regierung die Steuern für Unternehmen kräftig gesenkt. Was das heißt, erlebte die Öffentlichkeit beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Siemens-Chef Joe Kaeser, der in Deutschland trotz Milliarden-Gewinnen 6900 Arbeitsplätze abbauen will, versprach Trump persönlich Milliarden-Investitionen in den USA. Siemens wird keine Ausnahme bleiben. Trumps Steuerreform wird viele Konzerne in die USA locken. Die Investitionen könnten in den USA kurzfristig einen Boom auslösen – mit neuen Arbeitsplätzen und steigenden Löhnen.

Was so positiv klingt, könnte aber mittelfristig böse Folgen haben: Die Staatsschulden der USA werden dramatisch steigen, weil weniger Steuern eingehen. Nicht umsonst haben die Abgeordneten im Kongress bereits den Weg für zusätzliche Kreditaufnahmen der Regierung freigemacht.

Zudem dürfte der Boom in den USA die Preise in die Höhe treiben, zumal Trump billige Importe wie Solaranlagen oder Kühlschränke mit Einfuhrzöllen von dreißig Prozent verteuern will. Spätestens wenn Staatsschulden und Preise auf breiter Front steigen, dürfte dies die US-Zentralbank auf den Plan rufen: Sie wird auf die zunehmende Inflation und die steigenden Staatsschulden mit höheren Zinsen reagieren. Diese wiederum könnten viele hoch verschuldete Unternehmen und Hausbesitzer in die Pleite treiben – wie vor der Finanzkrise 2008. Und diese Finanzkrise wird unter Trump gefährlich, weil er gerade die Regulierungen für hochspekulative Finanzprodukte abbaut, die sein Vorgänger Barack Obama eingeführt hat. Die Konzerne können dann mit ihren Gewinnen aus der Steuerreform fröhlich spekulieren.

Auch für Europa bedeutet dies viel. Denn: Sinkende Unternehmenssteuern in den USA und steigende Zinsen treiben viel Geld aus Europa über den Atlantik: Konzerne wollen von geringeren Steuern, Kapitalanleger v

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