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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2018
Gott und die Frauen
Das Erbe der Feministischen Theologie
Der Inhalt:

Spiritprotokoll : Auf den Leib gerückt

Dorothea Hillingshäuser erlebt beim »spirituellen Körperlernen«, wie Theologie zur Erfahrung wird

Ich schließe die Augen. Jemand leitet mich blind durch den Raum. Ich nehme wahr, was ich höre, wie meine Füße den Boden berühren, wie die Hand des anderen mich langsam weiterführt, wie ein Luftzug über mein Gesicht geht. Dann wechseln wir die Rollen, übernehme ich die Leitung für die andere Person. Anschließend tauschen wir uns in kleinen Gruppen darüber aus: Wie ist es mir gegangen? Was habe ich gespürt? Leite ich lieber, oder lasse ich mich lieber leiten? Bin ich übervorsichtig mit meinem Partner oder gehe ich schon mal ein Risiko ein? Ich bin erfüllt von Zuwendung und Gemeinschaft, wie ich es nicht erwartet hatte. Ich erfahre wesentliche Dinge über mich selbst. Und denke: »Wow! So kann Kirche also auch sein!«

Diese Erfahrung machte ich bei meinem ersten Seminar zum »spirituellen Körperlernen«. Unter diesem Stichwort hat Ellen Kubitza, die lange als Pädagogin in der evangelischen Kirche gearbeitet hat, eine christliche Form von Körperarbeit entwickelt. Sie basiert auf Feldenkrais, Eutonie und Kinästhetik und verbindet diese Ansätze auf eine eigene Weise. Bei den Übungen erlebte ich einen unerwarteten Zugang zur eigenen Spiritualität – nämlich einen körperlichen. Leib und Seele werden bei dieser Arbeit als Einheit verstanden. Der ganze Mensch und jede seiner Bewegungen wird liebevoll und achtsam in den Blick genommen. So kann allmählich eine Erfahrung wachsen, in der unser körperliches Sein auch zur Wahrnehmung unseres spirituellen Seins wird. »Spirituelles Körperlernen will die körperliche Dimension in der christlichen Lebenspraxis stärken«, hat eine Kollegin mal gesagt.

Ich finde es entlastend, dass es beim spirituellen Körperlernen zunächst darum geht, wahrzunehmen und nicht zu bewerten. In der Ges