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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

Editorial: Liebe Leserin, lieber Leser,

im Lutherjahr 2017 ist es sogar zum Karneval möglich, den großen Reformator zu zitieren: »Wer immer und überall lachen kann, der ist ein wahrer Doktor der Theologie!« Gut gesagt, Doktor Martinus! Voraussetzung ist allerdings, dass man über den Dingen steht. Der Pfarrer und Kabarettist Fabian Vogt weiß einen, der dazu fähig ist: »Auf Gott trifft das sicherlich zu« (Seite 30).

Aber wie steht es mit uns Menschen? Über den Dingen zu stehen gelingt vielen von uns höchstens im Karneval. Oft sind wir so involviert in die vielen kleinen und großen Aufreger um uns herum, dass wir sie nicht mit Abstand betrachten. Täten wir es, gäbe es wahrscheinlich mehr zu lachen. Aber: Können wir das überhaupt entscheiden? Oder ist unser Gehirn unserem Willen immer schon einen Schritt voraus? Lachen unsere Synapsen, während wir glauben, wir hätten uns freiwillig gegen andere Alternativen entschieden? Michael Schrom hat ein ganzes Wochenende mit Hirnforschern, Philosophen, Strafrechtlern und Theologen verbracht, um das herauszufinden (Seite 26).

Freiwillig wird niemand zum Verlierer des Kapitalismus. Und dennoch gibt es sie zuhauf: jene Menschen, die nicht von ihm profitieren. In Deutschland misstraut mittlerweile die Hälfte der Bevölkerung dieser Wirtschaftsordnung. Zu Unrecht, sagt Markus Reiter: »Der Kapitalismus ist das sozial gerechteste Wirtschaftssystem, das wir kennen.« Sein Artikel in der Reihe »Baustelle Zukunft« (Seite 18) provoziert Widerspruch. Arbeit für unsere Synapsen!

Einer, dessen Gehirn viele wunderbare Gedichte entsprangen, ist 96-jährig in der Schweiz verstorben: Kurt Marti, Poet und Pfarrer, war ein Mann mit viel Humor (Seite 44). Hätte Luther ihn gekannt,