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Bannon umgarnt den Vatikan

Niemand im Weißen Haus hat mehr Einfluss auf Donald Trump als der 62-jährige Stephen Bannon. Er brachte es vom Chorknaben aus einem irisch-katholischen Arbeiterhaushalt zum omnipotenten Chefstrategen. Weltpolitik macht er auch im Vatikan. Dort umgarnt er die Gegner des Papstes. Via Breitbart News nahm er den »Kommunisten« Franziskus schon vor geraumer Zeit unter Beschuss: »Papst Francis bedroht das Vermächtnis von Papst Johannes Paul II. und Ronald Reagan.« Bannon sieht in Franziskus eine zu bekämpfende Gefahr, da er »ein Freund des Islams« sei, ein Feind des Kapitalismus und ein Kritiker der Todesstrafe: »Abtreibung und Homo-Ehe erwähnt er kaum.« Erste Kontakte zu konservativen Kreisen im Vatikan knüpfte Bannon im Frühjahr 2014, als er zur Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. nach Rom reiste und dort US-Kardinal Raymond Burke, den schärfsten aller Franziskus-Kritiker, kennen- und schätzen lernte. Beide sehen im Islam eine Bedrohung des geschwächten Westens. Einig sind sich Bannon und der Kardinal auch in der Ablehnung der gesetzlichen Gleichberechtigung für sexuelle Minderheiten sowie in der Ablehnung von mehr Pluralität in der Kirche oder der Beachtung des Klimawandels. Bannon warnt vor einem in die Kirche eingesickerten »kulturellen Marxismus«.

Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
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