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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2017
Wer ist Herr im Hirn?
Der Streit um den freien Willen
Der Inhalt:

»An einem Strang ziehen – das ist schön«

Harald Hellstern aus Stuttgart setzt sich dafür ein, dass Deutschland keine Waffen mehr exportiert. Christ sein und politisch sein, das gehört für ihn zusammen

Am 26. Februar eines jeden Jahres nehme ich Urlaub und fahre nach Berlin. Denn an diesem Tag veranstaltet die Aktion Aufschrei! Stoppt den Waffenhandel, in der ich aktiv bin, den »Aktionstag gegen Waffenhandel«. Im vergangenen Jahr haben wir sieben goldene Nasen vor dem Reichstag aufgebaut. Sie stehen für die sieben führenden Manager der deutschen Rüstungs- und Militärfahrzeugindustrie. Sie verdienen sich sprichwörtlich eine goldene Nase mit Rüstungsexporten – und damit auch mit Krieg, Gewalt, Tod und Vertreibung. Damit muss Schluss sein! Deutschland darf keine Waffen in menschenrechtsverletzende Staaten liefern!

Für den Frieden engagiere ich mich seit meiner Bundeswehrzeit. Das klingt sicher merkwürdig. Aber ich war tatsächlich Fahrer eines Leopard-Panzers, als ich die katholische Friedensbewegung Pax Christi für mich entdeckte. Wie die Bundeswehr die Lösung weltweiter Konflikte begründete, das hat mich nicht überzeugt, und ich habe nach Alternativen gesucht.

Christ sein und politisch sein, das gehört für mich zusammen. »Je mystischer Christen sind, desto politischer werden sie sein.« Diese Maxime, die 1985 auf der Synode der Diözese Rottenburg-Stuttgart formuliert wurde, hat mich sehr geprägt.

Heute bin ich Vorsitzender der Kommission Rüstungsexporte von Pax Christi. Drei- bis viermal im Jahr treffen sich die Kommissionsmitglieder. Pax Christi vertrete ich auch in der Aktion Aufschrei. Derzeit arbeite ich viel an der Vorbereitung der Konferenz, die am 3. und 4. März in Frankfurt am Main stattfindet. Dort sollen die Mitglieder der mehr als hundert Organisationen, die die Aktion Aufschre