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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2016
Martin Luther: Der zweifelhafte Freiheitsheld
Der Inhalt:

Viel zu jung zum Heiraten

Eine 17-jährige Syrerin kämpft gegen Kinderehen und für Bildung

Die Aufregung ist Mazoun Almellehan ins Gesicht geschrieben, als sie auf der Syrien-Geberkonferenz in London ans Mikrofon tritt. »Ich bin heute hier, um für alle syrischen Kinder zu sprechen«, sagt sie auf Englisch. Sie verhaspelt sich, zupft an ihrem Kopftuch und erzählt ihre Geschichte.

Die 17-Jährige kommt aus Syrien und verbrachte die vergangenen zwei Jahre in jordanischen Flüchtlingslagern. Wellblechcontainer, so weit das Auge reicht, und dazwischen viele, viele Kinder. 55 Prozent der geschätzt 14 000 Flüchtlinge, die im Lager Azraq leben, sind Kinder. Mazoun kam mit ihren Eltern und drei jüngeren Geschwistern dorthin. »Als ich das erste Mal einen Fuß in das Flüchtlingscamp setzte, war ich verzweifelt. Ich hatte Angst, dass ich nicht mehr zur Schule gehen könnte«, erzählt sie einem Unicef-Mitarbeiter. »Aber dann beschloss ich, meine Ausbildung nicht aufzugeben.« Ihr Traum ist es, Journalistin zu werden.

Doch Mazoun beobachtete, dass um sie herum immer mehr Mädchen die Schule im Flüchtlingslager verließen. Viele wurden von ihren verzweifelten Eltern im Alter von nur 13 oder 15 Jahren verheiratet. Mazoun konnte es nicht fassen. »Bildung ist die Zukunft – besonders für Mädchen«, sagt sie mit Nachdruck in der Stimme. Und so begann sie, von Tür zu Tür zu gehen, um die Eltern und ihre Töchter davon zu überzeugen. »Mädchen in meinem Alter sollten Schuluniformen tragen, keine Hochzeitskleider«, betont die gläubige Muslimin.

Oft war sie erfolgreich. Viele Eltern sahen ein, dass Mazoun recht hat – wohl auch, weil die junge Frau von ihrer Familie unterstützt wird. Ihr Vater ist selbst Lehrer. »Wir müssen doch neues Wissen erwerben. Syrien braucht Ä