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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2016
Martin Luther: Der zweifelhafte Freiheitsheld
Der Inhalt:

Editorial: Liebe Leserin, lieber Leser,

wir befinden uns mitten in der Fastenzeit. Auch wenn wir nicht so gemeinschaftlich und leidenschaftlich fasten wie viele Muslime im Fastenmonat Ramadan – etliche Kolleginnen und Kollegen machen mit. Eine verzichtet auf Kaffee (und leidet als Folge dieses Entzuges unter Kopfschmerzen), andere auf Süßigkeiten, manch einer verzichtet im Stillen und möchte nicht so gern darüber sprechen. Jedenfalls: für alle, die mitmachen, eine besondere Zeit.

Über ihr einwöchiges Radikalfasten, sie nennt es »Frühjahrsputz«, berichtet unsere Kolumnistin Anne Lemhöfer auf Seite 51. Sie erlebt dabei jedes Jahr Höhen und Tiefen. Dass Askese heute noch sinnvoll sein kann, glaubt auch Gotthard Fuchs. Der Priester und Experte für die Theologie von Mystik und Spiritualität führt auf Seite 34 ein in die Weisheit des körperlichen Fastens – nach der christlichen Tradition.

Vom Druck und von der Last, fasten zu müssen – im Sinne einer Werkgerechtigkeit –, hat Martin Luther die Christen befreit. Aber ist er auch der große Freiheitsheld, als der er im Anlauf zum Lutherjahr 2017 gefeiert wird? Das fragt der evangelische Theologe Christian Fleischmann in der Titelstory und kommt zu spannenden Ergebnissen (Seite 26).

Erstmals war Publik-Forum zur Berichterstattung auf der Berlinale, dem opulenten Fest für Cineasten. Michael Schrom berichtet ab Seite 40 detailliert von den diesmal sehr politischen Filmfestspielen. Er hat nicht gefastet, aber etliche Filme gesehen, die die Dialektik von Glück und Grenzen aufgriffen. Auf der Suche nach dem guten Leben muss man manchmal Grenzen überschreiten. Und manchmal gilt das Gegenteil: Verzicht üben,