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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2016
Martin Luther: Der zweifelhafte Freiheitsheld
Der Inhalt:

Gorilla zum Abendessen

In den Waldgebieten West- und Zentralafrikas wird die Jagd auf Tiere immer mehr kommerzialisiert. Grund ist die zunehmende Nachfrage nach Buschfleisch. Das hat zur Folge, dass viele Tierarten im Kongo-Becken vom Aussterben bedroht sind, wie Stefan Ziegler vom WWF betont. Ein deutsch-britisches Forscherteam hat den Handel mit Buschfleisch untersucht. In den letzten 25 bis 30 Jahren, so ihr Ergebnis, habe sich die Situation zugespitzt, da die Landbewohner Tiere nicht mehr nur zum eigenen Verzehr töten, sondern mit dem Fleisch auch Handel treiben. Erlegt werden Säugetiere, Reptilien und Vögel, aber auch Großkatzen, Elefanten und sogar Affen, die in vielen Gegenden als Delikatesse gelten. Tausende Gorillas sollen demnach jedes Jahr für den Handel getötet werden. Selbst in Naturschutzparks werde vermehrt gewildert. Ziegler erklärt: »Die Städte wachsen. Die ländliche Bevölkerung zieht in die Metropolen, nimmt aber ihre kulinarischen Traditionen mit.« Die Nachfrage nach Buschfleisch steige nicht nur in den großen Städten Afrikas, die durch verbesserte Straßennetze nun leichter zu erreichen sind. Auch in europäische Städte mit hohem afrikanischen Bevölkerungsanteil werde Buschfleisch illegal exportiert.