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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2016
Martin Luther: Der zweifelhafte Freiheitsheld
Der Inhalt:

Freiraum für alle

Anders leben: Das selbstverwaltete »Projekthaus Potsdam« lädt ein zum Experimentieren. Wer gute Ideen hat, findet dort Unterstützung

Ein Sommertag in Potsdam, nahe beim Griebnitzsee: Das »Projekthaus« ist ein einladender Ort. Die holprige Auffahrt zum Gelände steht offen – ungewöhnlich in einer Gegend mit schicken Villen, gepflegtem Rasen und altem Baumbestand. Hier baumelt eine Hängematte über matschigem Grund, ein Bretterverschlag steht neben einem modernen Wohnkubus in Passivbauweise. Dreißig Erwachsene und sechs Kinder zwischen 4 und 55 Jahren leben hier: Als Familien, als Paare und in Wohngemeinschaften. Was sie eint, ist der Wunsch, sich auf dem 6000 Quadratmeter großen Gelände mit Seminarhaus und Werkstätten für gemeinschaftliche Ideen zu engagieren – und Menschen von außerhalb Räume zur Verfügung zu stellen, damit auch sie das tun können.

Der lang gestreckte Hofgarten ist mit Pflanzen und Sitzmöbeln zugewuchert. Eine Gruppe junger Erwachsener hockt um ein erloschenes Lagerfeuer in der Sonne und diskutiert. Über allem liegt eine friedliche und entspannte Stimmung, auch wer einfach nur mal vorbeiguckt, fühlt sich willkommen. Damit möglichst viele ihrer Neugier folgen, lädt die zusammengewürfelte Lebensgemeinschaft regelmäßig alle Nachbarn und Interessierten zu Festen ein.

»Jeder soll spüren: Hier ist er willkommen«, sagt Petar Atanackovic aus Serbien, der seit 2010 mit seiner Frau auf dem Gelände lebt. Jeden Monat gibt es einen Nachbarschaftsbrunch, manche Bewohner aus dem Ort sind regelmäßig dabei.

Hinter dem Wohnhaus steht eine heruntergekommene Fabrikantenvilla: Hier übernachten Reisegruppen in spartanischen Räumen mit Doppelstockbetten oder halten Seminare in einem vormals großbürgerlichen Saal ab. In den oberen Stockwerken haben sich der Flüchtlingsrat und ein Verein einquartiert, der Opfern rech