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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2012
Ende eines Traums?
Die Zukunft der arabischen Revolution
Der Inhalt:

Natürlich schwarz

von Monika Herrmann vom 04.05.2012
Kleider aus Hanf, Bambus und Soja. Die Zwillinge Anja und Sandra entwerfen und verkaufen in Berlin vegane Mode

Immer mehr Menschen leben vegan. Sie essen ausschließlich rein pflanzliche Lebensmittel. Keine toten Tiere, aber auch keine Produkte, die von Tieren stammen. Also Milch, Butter und Käse. Alles gestrichen. »Ist das nicht furchtbar ungesund?«, werden Anja und Sandra immer wieder gefragt. Die 33-jährigen Zwillinge leben vegan, solange sie denken können, und fühlen sich total fit. So fit, dass sie vor gut zwei Jahren sogar damit begonnen haben, vegane Kleidung zu verkaufen. Und zwar im eigenen Shop. Vegane Kleidung?!

Umasan heißt der Laden, der auf den ersten Blick ein bisschen düster wirkt. Aber auf den zweiten ist er eben total durchgestylt und sehr elegant. Ein hoher, klar strukturierter Raum, keine Krabbeltische mit Sonderangeboten, keine Kleiderständer mit Massenware in allen Farben und Größen. Nein, bei Umasan dominiert Schwarz, mal abgesehen von einigen Grau- und Beigetönen. Shirts, Röcke, Kleider, Hosen, Jacken - alles in diesen gedeckten Farben. »Schwarz ist einfach elegant«, davon sind die Zwillingsschwestern überzeugt. »Und man kann mit anderen Farben kombinieren.«

Wer in ihren Laden kommt, nimmt erst mal Platz an einem großen Holztisch mit Stühlen drumherum, Echtholz und sehr edel. Alles im Umasan-Shop ist unbearbeitet, Natur eben. Der Fußboden, die Regale, die Kleidung sowieso. Die besteht ausschließlich aus Naturfasern: Hanf, Bambus, Soja-Proteinen, Cellulose und Baumwolle. Auf tierische Produkte wird verzichtet. Alles ist zertifiziert und garantiert ohne Chemie, ohne Schadstoffe also, die möglicherweise Allergien auslösen. »Unsere Kleidung macht niemanden krank«, betonen die Umasan-Frauen. Im Gegenteil: Die chronische Hautkrankheit Neurodermitis zum Beispiel lässt sich sogar positiv beeinflussen, wenn Betroffene Stoffe mit Soja-Proteinen tragen. Ärzte haben das bestätigt.

Und noch etwas ist anders bei Umasan: Anja und Sandra nehmen sich Zeit für Kundengespräche. Auch der Provo-Reporterin erklären sie ausführlich ihr Konzept, erzählen von den Produktionsstätten, die sie regelmäßig besuchen und kontrollieren. Kurze Transportwege sind selbstverständlich. Also keine Produktion in asiatischen Fabriken, in denen Frauen ohnmächtig werden, weil die Farbe der T-Shirts, die sie nähen, giftig ist. Bei Umasan ist alles nachhaltig und wird letztlich lebensschützend produziert. »Wir wissen ganz genau, wie die Rohstoffe verarbeitet werden, da gibt’s kein Schummeln, das passiert alles auf gegens

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